Halbleitermangel: Autoindustrie warnt vor Produktionsstopp durch Nexperia-Krise
Düsseldorf, München. Die Autobranche erhöht den Druck auf die Politik, eine schnelle Lösung in der Nexperia-Chipkrise zu finden. „Dies ist eine politisch verursachte Situation“, sagte Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius am Mittwoch nach der Vorlage der Quartalszahlen. Die Lösung des Problems liege daher in erster Linie auf politischer Ebene – „vor allem im Verhältnis zwischen den USA und China, während Europa in der Mitte gefangen ist“.
Auch Europas größter Autobauer Volkswagen hofft auf eine schnelle Klärung, wie aus Konzernkreisen verlautet. „Aus unserer Sicht kann es kurzfristig nur eine politisch-diplomatische Lösung geben“, sagte ein Insider.
Der Handlungsdruck nimmt zu. „Die Lage für die weltweite Automobilproduktion verschärft sich täglich“, warnte der europäische Autoverband Acea in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Branche greife derzeit noch auf Lagerbestände zurück, „doch diese Vorräte gehen rapide zur Neige“.
Eine Umfrage des Verbands unter seinen Mitgliedern zeige, dass einige Firmen mit bevorstehenden Produktionsstopps rechnen würden. Schon jetzt seien Teilelieferungen aufgrund des Mangels gestoppt worden. Auch Pal Skirta, Autoanalyst beim Bankhaus Metzler, warnt: „Das Risiko, dass es zu Produktionsunterbrechungen kommen könnte, wird von Tag zu Tag größer.“