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KfW-StudieMittelstand trotzt der Krise – und bleibt Beschäftigungsmotor

Immer mehr Deutsche arbeiten in mittelständischen Unternehmen. Auch zuletzt ist die Zahl der Beschäftigten gestiegen, zeigt eine neue KfW-Studie. Doch der vermeintliche Aufschwung täuscht. 04.11.2025 - 10:15 Uhr Artikel anhören
Bäcker in Sachsen: Viele Beschäftigte arbeiten im Mittelstand. Foto: Jan Woitas/dpa

Berlin. Trotz der anhaltenden Konjunkturflaute in Deutschland haben sich mittelständische Unternehmen 2024 erneut als Beschäftigungsmotor erwiesen. Wie die staatliche Förderbank am Dienstag mitteilte, fanden noch nie so viele Menschen ihren Arbeitsplatz in kleinen und mittleren Unternehmen.

Die Beschäftigtenzahl stieg im abgelaufenen Jahr um 207.000 auf 33,01 Millionen. Das ergibt sich aus dem sogenannten KfW-Mittelstandspanel, einer repräsentativen Erhebung für den gesamten deutschen Mittelstand. Dafür wurden Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro befragt.

Die Gesamtumsätze der 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen stiegen 2024 demnach leicht um zwei Prozent auf 5,2 Billionen Euro. „Die mittelständischen Unternehmen beweisen auch in schwierigen konjunkturellen Zeiten eine hohe Resilienz. Das heißt allerdings nicht, dass es ihnen wirklich gut geht“, erläuterte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher.

Preisbereinigt ergab sich bei den Umsätzen 2024 ein leichtes Minus von einem Prozent – ein Jahr zuvor hatte das Minus aber noch bei zehn Prozent gelegen. Die Unternehmen leiden laut KfW unter steigenden Kosten.

Der Druck auf die Renditen sei dadurch hoch. „Zudem ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen gering“, erklärte Schumacher. Nur 39 Prozent der Unternehmen haben 2024 Investitionsprojekte umgesetzt. Das sind genauso viele wie ein Jahr zuvor, ein Wert nahe dem Allzeittief.

Anteil der „Zombieunternehmen“ steigt

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Die Profitabilität der Unternehmen zeigte sich stabil, die durchschnittliche Umsatzrendite lag 2024 bei 7,0 Prozent. Das heißt, dass ein Unternehmen mit jedem Euro Umsatz sieben Cent Gewinn erwirtschaftete. Im historischen Vergleich liegt die Rentabilität damit deutlich über den Werten der 2000er Jahre, aber unter jenen der Jahre 2015 bis 2021.

Zugleich stieg der Anteil sogenannter Zombieunternehmen. Gemeint sind damit Unternehmen, die wegen geringer Profitabilität nicht mehr in der Lage sind, Zinsverpflichtungen zu erfüllen. Der Anteil der Unternehmen mit einer solchen kritischen Schuldentragfähigkeit lag 2024 bei 3,6 Prozent nach einem Rekord-Tiefstwert von 2,6 Prozent ein Jahr zuvor. Im langfristigen Vergleich ist das allerdings immer noch wenig: In den Nachwehen der globalen Finanzkrise lag der Wert 2010 bei 9,1 Prozent, wie die KfW erläuterte, die im Auftrag des Bundes den Mittelstand mit Förderprogrammen unterstützt.

rtr
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