Nexperia: Streit hinterlässt laut ASML-Chef keine Folgen für Geschäft
Amsterdam. Der niederländische Chip-Ausrüster ASML sieht sich von den Spannungen zwischen den Niederlanden und China wegen der Übernahme des Chipherstellers Nexperia nicht betroffen. „Es wird unser Geschäft kurzfristig nicht beeinträchtigen“, sagte ASML-Chef Christophe Fouquet in einem niederländischen Fernsehinterview. Er gehe zudem davon aus, dass der schlimmste Teil der Krise überstanden sei.
Die niederländische Regierung hatte im Oktober die Kontrolle bei Nexperia wegen Bedenken über einen Technologietransfer nach China übernommen. Eigentümer der Firma aus Nijmegen ist der chinesische Halbleiterhersteller Wingtech.
Der Eingriff war das jüngste Beispiel für die Bemühungen westlicher Staaten, den technologischen und militärischen Aufstieg Chinas zu bremsen. Die Niederlande spielen in diesem Konflikt eine Schlüsselrolle, da sie unter anderem die Heimat von ASML sind. Der Konzern ist der weltweit führende Anbieter von Maschinen zur Chip-Produktion. Auf Druck der USA hat die Regierung in Den Haag den Export dieser Technologie nach China stark eingeschränkt.
Die daraus resultierende Pattsituation zwischen dem europäischen Geschäft und dem chinesischen Werk des Unternehmens hat die Lieferung von Chips beeinträchtigt, die für den globalen Automobilmarkt von entscheidender Bedeutung sind. „Entscheidend bei diesem Thema ist, dass man redet, bevor man eskaliert, und vielleicht war es diesmal andersherum“, sagte Fouquet. In der kommenden Woche wird eine niederländische Delegation zu weiteren Gesprächen in China erwartet.