1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Nexperia: Niederlande schicken wegen Chip-Krise Delegation nach China

NexperiaNiederlande schicken wegen Chip-Krise Delegation nach China

Im Konflikt um die Lieferung von Chips für die Autoproduktion gibt es Bewegung. Die Niederlande sehen positive Signale aus Peking. Nun soll eine Lösung gefunden werden. 13.11.2025 - 16:38 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Mitarbeiter von Nexperia: China hat bereits Lockerungen angekündigt. Foto: David Hammersen/dpa

Amsterdam, Düsseldorf. Im Konflikt um die Lieferung von Chips für die Autoindustrie durch das Unternehmen Nexperia werden die Niederlande in der nächsten Woche eine hochrangige Delegation nach China entsenden. Das teilte der geschäftsführende Wirtschaftsminister Vincent Karremans in Den Haag mit.

Die Niederlande begrüßten die jüngste Lockerung der Lizenzbedingungen der Nexperia-Halbleiter durch China, teilte der Minister mit. Die Gespräche in China sollten zu einer einvernehmlichen Lösung des Konflikts beitragen. 

Das chinesische Unternehmen hat seinen europäischen Sitz im niederländischen Nimwegen und produziert Halbleiter, die vor allem für die Autoindustrie wichtig sind. Der Minister hatte wegen starker Bedenken gegenüber dem chinesischen Eigentümer in die Führung des Unternehmens eingegriffen. Daraufhin hatte Peking Exportbeschränkungen für Nexperia-Chips verhängt, die auch europäische Autohersteller treffen. 

Inzwischen hat China Lockerungen beim Exportverbot angekündigt. Der Minister spricht von „positiven Signalen“, betont jedoch, dass er die Situation genau beobachte, bis die Belieferung aller Kunden wieder aufgenommen sei.

China zeigte sich gesprächsbereit. Peking hoffe, dass die niederländische Seite echte Kooperationsbereitschaft gegenüber China zeige, sagte ein Sprecher des Handelsministeriums. Die Niederlande sollten umgehend substanzielle und konstruktive Pläne zur Lösung des Problems vorschlagen und konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung der Produktion und Lieferkette ergreifen.

Karremans verteidigt Eingriff bei Nexperia

In einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“ verteidigte Karremans sein Vorgehen unterdessen. Mit dem heutigen Wissen würde er jederzeit wieder bei Nexperia eingreifen, sagte er. Sein Ministerium habe von Insidern konkrete Beweise dafür erhalten, dass Nexperia seine Chipproduktion von Europa nach China verlagern wollte.

„Diese Interdependenz, die Europa mit China hatte, wäre dann zu einer vollständigen Abhängigkeit von China geworden“, sagte Karremans. Eine solche Veränderung wäre für Europa gefährlich geworden.

Nach der Eskalation habe Karremans mit der deutschen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gesprochen. „Sie hat uns unterstützt. Sie war sehr besorgt darüber, was das für die Autoindustrie bedeutet“, sagte Karremans. Auch andere Stellen in der EU, den USA und China seien über den Verlauf im Fall Nexperia informiert worden.

Verwandte Themen
China
Nexperia
Niederlande
Europa

Eigentlich habe man die Sache gar nicht in die Öffentlichkeit bringen wollen, sagte Karremans weiter. „Wir wollten das zügig und still lösen.“

„We weren’t intending to go public on this. We wanted to solve this swiftly and silently,“ Karremans says.

dpa, tse
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt