Industriepolitik: Warum die USA gezielt um deutsche Firmen werben
New York, Düsseldorf. Tim Kelly weiß, wie man die Deutschen für sich einnimmt. Der Bürgermeister von Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee präsentiert sich nicht nur als amerikanischer Kommunalpolitiker, sondern als transatlantischer Grenzgänger. Kelly hat deutsche Literatur studiert, den örtlichen Fußballklub mitgegründet und ist Mitbesitzer einer Brauerei – alles Dinge, die in Deutschland anschlussfähig sind.
Auf seiner aktuellen Mission erweist sich diese Nähe als großer Vorteil. Denn Kelly wirbt derzeit kräftig um Investitionen deutscher Unternehmen in seiner Region. „Hier in Chattanooga entwickelt sich sehr viel“, sagt der Bürgermeister. „Das ist eine große Chance für deutsche Firmen, sich daran zu beteiligen.“
Tatsächlich sind deutsche Unternehmen derzeit zu weiteren Investitionen bereit. Das ergab eine exklusive Umfrage der Beratungsgesellschaft Horvath und des Handelsblatts unter mehr als 200 deutschen Unternehmen. Danach plant besonders ein Firmensegment, die Investitionen in den USA in diesem Jahr hochzufahren – trotz der politischen Unsicherheiten im Land.