Fischerei: Das erhoffen sich Experten vom UN-Hochseeschutzabkommen
Berlin. Es sind Fotos, die Aufmerksamkeit schaffen: Fotos von riesigen Schiffsflotten, so gewaltig, dass sie sogar aus dem Weltraum sichtbar sind. Um die enorme Nachfrage nach Fisch zu decken, unternehmen internationale Fangflotten häufig weite Reisen.
Zwar werden die Meere überwiegend durch regionale Fischereiorganisationen reguliert, und das auch außerhalb der Hoheitsgebiete angrenzender Küstenstaaten. Doch das Problem der Überfischung bleibt.
Eine Chance, diesem Problem wenigstens teilweise beizukommen, birgt das Hochseeschutzabkommen der Vereinten Nationen, das an diesem Samstag in Kraft tritt. Es schafft erstmals weltweite gemeinsame Regeln, etwa für die Einrichtung von Meeresschutzgebieten auf hoher See.
In einer geopolitisch schwierigen Zeit, in der Umweltschutz auch in Deutschland zunehmend unter Druck gerät, deuten Beobachter das Inkrafttreten des Abkommens als Überraschungserfolg. Doch bis die Maßnahmen ihre Wirkung entfalten, dürften Jahre vergehen.
Umweltexperten von Greenpeace berichten, dass es internationalen Fangflotten vorwiegend die Fischgründe vor Westafrika angetan haben: „Gigantische Fabrikschiffe plündern dort ganze Fischbestände.“ Zudem zeigen sich blinde Flecken bei den regionalen Schutzregeln, etwa bei der Fischerei von Tintenfisch im Südwestatlantik.