China: Vier Thesen zum riskanten KI-Börsenboom der Volksrepublik
Shanghai. Angetrieben von staatlicher Industriepolitik, erlebt China seit Ende 2025 einen Tech-Börsenboom. Allein in Shanghai schaffen es innerhalb eines Monats fünf KI-Firmen auf das Parkett, hinzu kommen Chipentwickler, Robotik- und Biotech-Unternehmen. Shanghais Technologiebörse, der Star Market, und die Börse in Hongkong fungieren dabei als bevorzugte Schleusen.
Doch was steckt tatsächlich hinter dieser dynamischen Entwicklung? Und welche Risiken verbergen sich dahinter? Vier Thesen zum aktuellen Hype.
These 1: Der Börsenboom ist politisch getrieben
Chinas Staatsführung fördert gezielt strategische Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Robotik. Diese Unterstützung wird mit dem nächsten Fünfjahresplan intensiviert, um nationale Champions aufzubauen und langfristig im globalen Wettbewerb zu positionieren. Der neue Plan soll im März von Chinas Volkskongress, dem Scheinparlament der Volksrepublik, verabschiedet werden.
Wie Jacob Gunter vom China-Institut MERICS betont, handele es sich dabei überwiegend um Unternehmen aus strategisch relevanten Sektoren. Peking wolle diese gezielt fördern. „Chinas private Unternehmen richten sich zunehmend an den strategischen Technologiezielen des Partei-Staates aus“, sagte Gunter dem Handelsblatt. Schnelles Wachstum und Börsengänge seien wieder verstärkt möglich – „solange sie im Einklang mit den strategischen Technologiezielen stehen“.