Immobilien: Erster offener Immobilienfonds muss schließen
München. Die Krise der offenen Immobilienfonds findet einen weiteren Höhepunkt. Der Anbieter Wertgrund hat am Donnerstag bekannt gegeben, seinen Fonds „Wohnselect“ vorübergehend zu schließen. Damit können Zeichner keine Anteile mehr zurückgeben, Auszahlungen wird es vorerst auch nicht mehr geben.
„Das Verfahren soll sicherstellen, dass Rückgabewünsche geordnet und fair bearbeitet werden können und gleichzeitig das Sondervermögen für verbleibende Anleger erhalten bleibt“, sagte Wertgrund-Chef Thomas Meyer dem Handelsblatt. Der Immobilienfonds kann bis zu drei Jahre geschlossen bleiben.
Der Schritt kommt für Branchenkenner wie Steffen Sebastian nicht unerwartet. „Ich bin aber überrascht, dass der ‚Wohnselect‘ der erste Fonds ist, der schließt“, sagt der Fachmann für Immobilienfinanzierung von der Uni Regensburg. Nach Angaben der Ratingagentur Scope sind 96 Prozent der rund 1800 Einheiten im Fonds vermietet und sorgen für stabile Mieteinnahmen. „Der ‚Wohnselect‘ ist und bleibt ein gut verwalteter Fonds mit Immobilien hoher Qualität“, sagt Sonja Knorr, die bei Scope den Bereich Immobilienfonds verantwortet. Sie sieht vorwiegend äußere Umstände als Gründe für die vorübergehende Schließung.