USA: Wie Trump der Wall Street doch noch Angst macht
New York. Jeremy Barnum versuchte gar nicht erst, seinen Unmut zu verbergen. Der von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagene Zinsdeckel für Kreditkarten hat den Finanzchef der größten US-Bank, JP Morgan Chase, aufgerüttelt. Barnum könnte sich vorstellen, im Ernstfall Klage gegen die Regierung einzureichen, um die Pläne zu stoppen. „Alles liegt auf dem Tisch“, sagte Barnum am Dienstag vor Journalisten. Die Bank sehe sich „mit unzureichend begründeten Richtlinien konfrontiert“, die das Geschäft „radikal verändern und nicht gerechtfertigt sind“.
Barnum ist nicht allein. Auch Topmanager der Citigroup, der Bank of America und Wells Fargo haben sich deutlich gegen Trumps Idee ausgesprochen, die Kreditkartenzinsen von derzeit rund 20 Prozent branchenweit auf zehn Prozent zu kappen. Viele Amerikaner nutzen die Kreditkarte als dauerhafte Kreditlinie.
Der Widerstand ist ungewöhnlich. Im vergangenen Jahr sind Amerikas Topmanager vor allem durch ihr Schweigen und ihre Nachgiebigkeit gegenüber dem US-Präsidenten aufgefallen. Diversity-Ziele wurden kurzerhand von den Webseiten von Banken und Großkonzernen entfernt. Gleiches gilt für Hinweise auf grüne Energie oder Nachhaltigkeit. Stattdessen suchten viele CEOs die Nähe zu Trump und spielten nach seinen Regeln.