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TourismusRevo-Hotelgruppe meldet Insolvenz für 140 Gesellschaften an

Die Gruppe, auch Lizenznehmer bei Hotel-Marken wie Hyatt, Accor oder IHG, expandierte zuletzt massiv – die Übernachtungszahlen konnten aber nicht mithalten. Nun wird saniert.Christoph Schlautmann 16.01.2026 - 17:25 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Vagabond Townhouse Dresden: Eines von 125 betroffenen Häusern der Revo-Gruppe. Foto: Revo Hospitality

Berlin. Die Revo-Hospitality-Gruppe, einer der größten Hotelbetreiber Europas und Franchisenehmer von Marken wie Pullman oder Hyatt, hat für rund 140 seiner Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Charlottenburg eingereicht. Darunter sind 125 Hotels mit etwa 5500 Mitarbeitern in Deutschland und Österreich, die aber weitergeführt werden sollen, wie das Unternehmen weiter mitteilte.

Die Gesellschaft befindet sich im Besitz des 49‑jährigen Berliners Ruslan Husry, der das Unternehmen 2008 mit einem Hotel in Leipzig gründete. Nach Angaben der Unternehmensdaten-Plattform North Data soll der Konzern, der zuletzt rund 1,3 Milliarden Euro Umsatz erzielte, schon seit 2014 keine Gewinne mehr erzielt haben.

Laut North Data war der Hotelbetreiber, der noch bis April 2025 unter dem Namen HR Group firmierte, zuletzt mit 19,9 Millionen Euro überschuldet. Eigene Ertragszahlen hat Husry in den vergangenen Jahren nicht veröffentlicht.

Die Gruppe betreibt eigenen Angaben zufolge Marken wie Vagabond, Hyperion und Aedenlife. Gleichzeitig ist Revo Lizenznehmer großer Hotelkonzerne wie Accor, Hyatt, Wyndham und InterContinental Hotel Group (IHG). Das Unternehmen betreibt insgesamt 250 Hotels in 135 Städten in zwölf europäischen Ländern.

Zu den Problemen des Konzerns trug bei, dass Husry zum 1. April 2025 60 Häuser der Marke H-Hotels und weitere zehn Hotels unter dem Namen H World International übernahm. Nach Branchenangaben war dies nicht nur mit hohen Kosten verbunden. Die Übernachtungszahlen verfehlten gleichzeitig die eigenen Prognosen.

Vorläufige Insolvenzverwalter sind optimistisch, was die Sanierung betrifft

Aussagen der vorläufigen Insolvenzverwalter zufolge wurde der geplante Umsatz für 2025 nicht erreicht. Die Liquiditätslücke habe Ruslan nicht mehr aus eigener Kraft oder durch Kreditgeber schließen können.

„Bei der Agentur für Arbeit haben wir eine Vorfinanzierung der Gehaltszahlungen für die Monate Januar bis März 2026 beantragt“, erklärten die als Verwalter eingesetzten Rechtsanwälte Gordon Geiser und Benedikt de Bruyn von der Kanzlei GT Restructuring. Der operative Betrieb in den Häusern laufe weiter.

„Mit den überwiegend in Eigenverwaltung beantragten Verfahren für die rund 140 Gesellschaften bestehen gute Aussichten für eine zügige Sanierung und eine langfristige Fortführung“, teilte Geiser mit, der für die Dauer des Verfahrens die Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaften übernommen hat.

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Nach einem ähnlichen Modell hatte sich zuletzt der familiengeführte Düsseldorfer Hotelkonzern Lindner saniert. Dort übernahmen im Anschluss an das Insolvenzverfahren die Söhne und Töchter der einstigen Gesellschafter das Unternehmen, indem sie eigenes Kapital bereitstellten. Ein Teil der Pachtverträge wurde allerdings gekündigt, sodass sich die Zahl der Standorte fast halbierte.

Auch bei Revo machen sich die neuen Geschäftsführer nun auf die Suche nach internationalen Investoren. „Die Eigenverwaltung ermöglicht eine schnelle Stabilisierung und eine geordnete Überleitung auf einen Investor, ohne die zahlreichen Hotelbetriebe wesentlich einzuschränken“, sagte de Bruyn.

Man sei zuversichtlich, die wirtschaftlichen Probleme der betroffenen Gesellschaften der Revo-Gruppe bis zum Sommer zu lösen, erklärte er. Vermietern, Lieferanten und anderen Gläubigern dürften am Ende jedoch womöglich kaum ein Zehntel ihrer Außenstände bleiben.

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