Kommentar: Diesmal hat Trump sich übernommen – Europa muss zurückschlagen

Donald Trumps Griff nach Grönland ist ein historischer Bruch – doch diesmal könnte der US-Präsident sich übernommen haben. Sein Rückhalt in der US-Bevölkerung bröckelt, auch der Kongress findet seinen Mut wieder.
Bundeskanzler Friedrich Merz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen setzten bis zuletzt auf Appeasement und stärkten Trump damit. Doch Europa wird auf die jüngste Zolldrohung des Präsidenten reagieren müssen. Die Chancen für einen Ausgang im Sinne Europas stehen dabei besser als noch vor einem Jahr.
Kurzfristig wird eine Eskalation zwar wirtschaftlichen Schaden verursachen. Doch der US-Kongress berät bereits über ein Gesetz, das Trumps Zoll-Eskapaden einen Riegel vorschieben soll. An den US-Finanzmärkten macht sich Nervosität breit. Ein erneuter Börseneinbruch wie im vergangenen April könnte Trump zum Einlenken zwingen. China, Mexiko und Kanada haben die Strategie erfolgreich vorgemacht.
Dafür muss Europa jetzt mit gezielten Gegenmaßnahmen nachhelfen. Bundeskanzler Merz sollte gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Einsatz des „Instruments gegen wirtschaftliche Erpressung“ der EU beschließen.