Lars Felds Ordnungsruf: Die Grönland-Falle – Trump sitzt am längeren Hebel
Die Obsession des amerikanischen Präsidenten, Grönland als Teil der Vereinigten Staaten einzuverleiben, droht sich zu einer ernsthaften transatlantischen Krise auszuweiten. Weder Grönland noch Dänemark noch verschiedene europäische Länder, darunter Deutschland, haben diesem Vorstoß nachgegeben. Nachdem sie eine militärische Mission zur Vorbereitung eines Nato-Einsatzes zur Sicherung Grönlands gegen mögliche Übergriffe Russlands oder Chinas entsandt hatten, kündigte Donald Trump Strafzölle von 25 Prozent auf die beteiligten Staaten an – zusätzlich zu den bereits bestehenden Zöllen.
Die USA führen die geostrategische Bedeutung Grönlands als Begründung für ihre Vorstöße an. Derzeit scheint zwar wenig dafür zu sprechen, dass Russland oder China die Seewege um Grönland für militärische Operationen nutzen. Allerdings wird die Klimaerwärmung dies zukünftig ermöglichen, und schon heute erlaubt die geografische Lage Grönlands, etwa über die Errichtung von Raketenbasen, Vorteile in der bestehenden geostrategischen Rivalität zwischen dem Westen und der russisch-chinesischen Achse zu realisieren.
Gleichwohl könnten die USA bereits heute ihre existierende Militärpräsenz in Grönland ausweiten und zudem weitere Verträge zur Nutzung von Bodenschätzen abschließen. Dazu ist eine Annexion oder ein Kauf Grönlands nicht erforderlich.