Goldreserven der Bundesbank: Goldene Stadt am Main
Ein Bundesbank-Mitarbeiter in der Frankfurter Zentrale überprüft mit Ultraschall einen Goldbarren, um sicher zu stellen, dass auch der Kern des Barrens aus Gold besteht. Die Bundesbank will bis 2020 fast 700 Tonnen deutsches Gold aus dem Ausland nach Deutschland holen.
Foto: dpaFrankfurt. Die Bundesbank drückt bei der Verlagerung ihrer Goldreserven aus dem Ausland nach Frankfurt aufs Tempo. 2015 hat sie 210 Tonnen des Edelmetalls aus dem Ausland in die Notenbank-Zentrale zurückgeholt. Das ist mehr als in den beiden Vorjahren zusammen.
2013 und 2014 hat die Bundesbank insgesamt 157 Tonnen des Edelmetalls aus dem Ausland geholt. Im ersten Jahr waren es nur 37 Tonnen gewesen. Bis 2020 will die Bundesbank mehr als die Hälfte ihrer Reserven in heimischen Tresoren aufbewahren. Deshalb werden seit zwei Jahren tonnenweise Goldbarren nach Frankfurt gebracht.
Dadurch ist Frankfurt nun für die Bundesbank zur größten Lagerstelle geworden. Mit 109 Milliarden Euro Wert verfügt die Bundesbank über die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Ende 2015 lagerten davon 41,5 Prozent in der Zentrale am Main. Der Rest verteilt sich auf New York (39,9 Prozent), London (12,9 Prozent) und Paris (5,8 Prozent)
Mit der Rückholaktion hatte die Bundesbank auf Kritik des Bundesrechnungshofs reagiert. Dieser hatte 2012 eine Bestandsaufnahme des Goldschatzes gefordert und regelmäßige Kontrollen angemahnt. Kritiker zweifeln an der Vollständigkeit und Qualität des im Ausland gelagerten Goldes. Manche Goldbarren sollen von Anfang des 20. Jahrhunderts stammen, als es noch keine einheitlichen Barrenstandards gab.