German Pellets: Versteckspiel um ein Kohlekraftwerk
Technische Pannen machten alle Umrüstungspläne zunichte. (Foto: PR)
Foto: HandelsblattGenk/Wismar. Die Männer waren voller Hoffnung. Am vergangenen Donnerstag trafen sich Manager und Arbeitnehmervertreter des alten Kohlekraftwerks im belgischen Genk. Sie warteten auf einen Mann aus Deutschland, der ihre Zukunft sichern soll. Doch der Retter kam nicht. Peter Leibold, Gründer und Chef des insolventen Brennstoffherstellers German Pellets, ließ sich mit einer Grippe entschuldigen. „Die Mitarbeiter sind wütend und verzweifelt“, berichtet ein Gewerkschafter. „Wir müssen jetzt abwarten. Es gibt keine Alternative.“
Das alte Kohlekraftwerk steht seit zwei Tagen still. Dabei könnte es ein wichtiger Vermögensposten im Imperium von German Pellets sein. Rund zwei Milliarden Euro will die belgische Regierung über zehn Jahre an Subventionen gewähren, falls das Werk wie von Peter Leibold geplant, erhalten und statt mit Kohle künftig mit Holzpellets beheizt wird. Doch derzeit ist unklar, wem das Kraftwerk überhaupt gehört. Die Mitarbeiter stehen vor dem Aus und wissen nicht, wem sie glauben sollen. Peter Leibold hatte ihnen vor vier Wochen neue Investitionen versprochen. Nun ist er verschwunden. Die belgische Zeitung „De Tjid“ meldet, der alte Eigentümer Eon habe das Kraftwerk wieder in Beschlag genommen.