Anton Werhahn und Kathrin Dahnke: „Wir schauen nicht auf den Umsatz“
„Wir beschäftigen uns auch mit dem Thema Digitalisierung.“
Foto: Wolfgang Bathe, Werhahn KGAnton Werhahn, Mitglied der fünften Generation, führt seit 2005 die vor 175 Jahren gegründete Gruppe. Finanzvorstand Kathrin Dahnke kam Anfang 2014 von DMG Mori Seiki.
Herr Werhahn, das Geschäftsfeld Baustoffe schrumpft, so war das doch nicht gemeint, als Sie ankündigten, dass die drei Geschäftsfelder sich angleichen, oder?
Anton Werhahn: Wenn Sie auf den Umsatz schauen, dann haben Sie völlig recht. Der Umsatz ist aber keine Größe, an der Sie die Werhahn-Gruppe insgesamt beurteilen sollten. Konkret sind die Umsätze im Baustoff-Bereich vor allem wegen der niedrigeren Preise gesunken, aufgrund der im vergangenen Jahr stark rückläufigen Preise für rohölbasierte Einsatzstoffe, namentlich Bitumen.
Kathrin Dahnke: Wir schauen nicht auf den Umsatz, sondern die Ergebnisbeiträge der einzelnen Geschäftsfelder.
Und wie sind die? Wir haben sie im Geschäftsbericht nicht gefunden?
Werhahn: Die werden Sie auch nicht finden.
Wie lange wollen Sie die Kapazitäten im Baustoffgeschäft in Russland, wie im Geschäftsbericht angekündigt, reduzieren? Zwei Jahre, vier Jahre? Wann ist Schluss?
Werhahn: Wir unterstellen, dass die Krise mindestens bis 2017 anhält. Daher verfolgen wir die Strategie des reduzierten Weiterbetriebs. Das heißt, durchhalten auf niedrigem Produktions- und Kostenniveau, mit der Möglichkeit, auf steigende Nachfrage schnell reagieren zu können.
Herr Gemkow hat eine digitale Werkbank für die Haniel-Beteiligungen installiert, können Sie sich so etwas auch für Ihre fast 200 Unternehmen vorstellen?
Werhahn: Wir beschäftigen uns auch mit dem Thema Digitalisierung. Ich denke, da werden Sie bald etwas von uns hören.