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Renditestar LuxushandtascheTop-Gewinne mit Kelly Bag

Kelly Bag, Louis Vuitton, Chanel: Luxushandtaschen sind zur attraktiven Geldanlage avanciert. Allerdings taugen nur wenige Marken und Modelle als wirklich gute Investments.Jessica Schwarzer 04.09.2016 - 16:41 Uhr Quelle: Handelsblatt ePaperArtikel anhören

Düsseldorf.

Sie tragen den Namen berühmter Schauspielerinnen und baumeln am Arm von Modedesignerin Victoria Beckham, Schauspielerin Sarah Jessica Parker oder Reality-Star Kourtney Kardashian: wertvolle Handtaschen im Gegenwert eines Kleinwagens. Oder gar einer Eigentumswohnung: Gigantische 267.000 Euro legte ein anonymer Bieter im Sommer 2016 beim Auktionshaus Christie‘s in Hongkong auf den Tisch. Für diese Summe hatte er in dem bekannten Auktionshaus eine Handtasche aus Krokodilleder ersteigert.

Die „Himalaya Niloticus Crocodile Diamond Birkin 30“ aus dem Hause Hermès ist mit diamantbesetzten Beschlägen aus Weißgold verziert. Benannt ist die Birkin Bag nach der britischen Schauspielerin Jane Birkin. Es dürfte die bisher wohl teuerste Tasche der Welt sein. Für deutlich weniger, aber immerhin noch stolze 157.500 Euro ersteigerte ein Liebhaber edler Accessoires Anfang 2015 bei Christie’s in Paris eine Birkin Bag.

Bei der gleichen Auktion ging eine Kelly Bag aus dem Jahr 1992 für 91.500 Euro nach Asien. Auch diese Tasche stammt aus dem Hause Hermès und ihre Namensgeberin ist ebenfalls eine Schauspielerin – die Amerikanerin und spätere Fürstin von Monaco, Grace Kelly.

Bei der Verlobung mit Rainier III. von Monaco 1956 war die Kelly Bag dabei.

Foto: The LIFE Picture Collection/Getty Images

Solch extrem hohe Preise sind zwar eher die Ausnahme als die Regel. Doch auch sonst sind Luxushandtaschen durchaus ein Investment, dass sich langfristig auszahlt, wie der Hermès-Handtaschen-Index des amerikanischen Online-Taschenhändlers Baghunter zeigt. Die Birkin Bag hat danach eine beeindruckende Kursentwicklung hingelegt: mehr als 500 Prozent in 35 Jahren oder gut 14 Prozent pro Jahr. Das schaffte kein Aktienindex. Für Baghunter ist diese Luxustasche, die auch über das Portal gehandelt wird, daher ganz klar eine „besonders lukrative Anlage“.

Handarbeit erklärt den Preis

Eine Geldanlage, die viele Frauen begeistert. Doch bei Weitem nicht jede Handtasche ist eine gute Investition. „Nur die wenigsten Modelle gewinnen mit der Zeit an Wert“, sagt Scilla Huang Sun. Die Aktienfondsmanagerin des Julius Bär Luxury Fonds hält Luxushandtaschen generell für kein gutes Investment. „Wenn man in dieses Segment investieren möchte, dann besser in Aktien von Luxushandtaschen – aber Handtaschen selbst machen wahrscheinlich mehr Spaß.“

Bei den großen Auktionen erzielen denn auch jene Stücke die höchsten Preise, die überhaupt nur wenige Mal hergestellt wurden oder eben Sonderanfertigungen sind. Es sind die Klassiker, wie Birkin Bag und Kelly Bag.

Hermes-Handtaschen zu Höchstpreisen.

Foto: AFP

Doch die beiden legendären Hermès-Modelle zeigen auch gleich, wo das Problem liegt: Wer hier einsteigen will, muss ganz schön tief in die Tasche greifen. Je nach Größe, Material und Ausstattung kostet die Birkin Bag nämlich zwischen 9000 und 15.000 Dollar. Der Preis ist nicht zuletzt durch die Handarbeit gerechtfertigt. Rund 20 Stunden sollen in einer Tasche von Hermès stecken. Und wie so oft gilt: je edler die Marke und je geringer die Stückzahl, desto höher der Preis.

Unikate bringen Rendite

Massenware bringt natürlich keine Rendite, wohl aber die oft kostspieligeren Modelle aus den bekannten Modehäusern. Für Patricia Frost, Beraterin bei Christie’s, sind solche Luxushandtaschen ganz eindeutig ein gutes Investment. „Aber nur ganz bestimmte Marken und unbenutzte Taschen“, sagt sie. Und das ist die schlechte Nachricht für Taschen-Junkies: Wer eine Tasche als Geldanlage kauft, darf sie eigentlich nicht tragen. Nur so erzielt man wirklich gut Preise und hohe Renditen.

Die Auswahl der relativ sicheren Renditebringer ist auch begrenzt: Expertin Frost rät zu den beiden Hermès-Modellen oder der Chanel 250. Gelegentlich würde sich auch eine aktuelle „It-Bag“ als Investment lohnen. Die Renditen solcher Taschen können sich sehen lassen. „Bei seltenen exotischen Ledern sind bis zu 50 Prozent drin“, so Frost. Doch grundsätzlich gilt: „Die Renditen der Luxustaschen sind schwer zu prognostizieren und sind sehr modell- und farbabhängig“, sagt Fondsmanagerin Huang Sun.

Eine Kreation von Karl Lagerfeld.

Foto: Reuters

Doch wie eine solche Tasche auswählen? „Man muss wissen, welche Farben, Leder sowie Marken heute heiß sind“, sagt Frost. Google und Purseforum seien hier gute Informationsquellen. Ausgefallenes Leder, eine gute Farbe – und das ist nicht unbedingt schwarz, Pink oder Rot sind oft die bessere Wahl – damit machen Anleger wenig falsch. Wichtig: „Exotik-Leder sind unverkäuflich ohne Cites-Papiere“, so Frost. Cites ist das Washingtoner Artenschutzabkommen. Die Papiere bestätigten, dass die seltenen Leder nicht illegal gehandelt wurden.

Gebrauchte Taschen erzielen Spitzenpreise

In den vergangenen Jahren hat sich ein reger Markt für Taschen entwickelt, auch für gebrauchte Modelle. Wenn schon gebraucht, dann aber top gepflegt: Nur solche Taschen erzielen gute oder sogar Spitzenpreise. Kratzer im Leder oder Kugelschreiber-Spuren im Futter mindern den Wert. Huang Sun rät, nur Topmarken zu kaufen, auf einen Topzustand zu achten und auf jeden Fall Originalrechnung und Schachtel aufzubewahren.

Die alten Taschen sind gefragt, nicht nur als Geldanlage. Denn Vintage ist Trend. Es sind sehr gut erhaltene Stücke, die es nicht mehr zu kaufen gibt. In London, Paris und den USA reißen sich die Leute um Vintage-Taschen und Vintage-Kleider. Nicht erst, seit Julia Roberts 2001 bei der Oscar-Preisverleihung in einem fast zwanzig Jahre alten Kleid von Valentino über den roten Teppich schwebte, ist Vintage – zu deutsch hervorragend oder altehrwürdig – ein Begriff in der Modewelt. Auktionshäuser haben sich weltweit auf diesen Trend eingestellt und versteigern mit zunehmendem Erfolg Vintage-Mode und eben Vintage-Accessoires. Die seltenen Stücke verkörpern den Stil ihrer Zeit – und was verkörpert den Stil der 1950er-Jahre mehr die legendäre Handtasche der späteren Fürstin von Monaco.

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Die Taschen sind in allen Größen bei Frauen beliebt.

Foto: Reuters

In Deutschland ist der Vintage-Markt noch klein, aber er wächst zusehends. Entsprechende Auktionen gibt es beispielsweise im Auktionshaus Eppli in Stuttgart. Dort wurde im September 2015 eine goldbraune Birkin Bag 35 von Hermès für 15.000 Euro ersteigert. Begonnen hatte die Auktion bei 9600 Euro. Neu hatte die Tasche übrigens 10.800 Euro gekostet. Doch das Goldbraun gibt es nicht mehr, der Designer hat die Produktion eingestellt und die Tasche gab es nur in limitierter Auflage. Christie’s-Beraterin Frost ist überzeugt, dass sich Taschen, die tadellos sind und Papiere haben, immer gut verkaufen lassen – bei Auktionen aber auch privat. Und die Freude, die echte Liebhaber an Birkin oder Kelly Bag, Chanel- oder Louis-Vuitton-Klassikern haben, ist schließlich auch eine schöne Rendite.

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