Stefan Hipp: Wie der Vater, so der Sohn
Der Junior, rechts im Bild, erbt mit dem Unternehmen auch eine Menge Verantwortung.
Foto: picture alliance / Roland WeihraPfaffenhofen. Es ist wenig, was Stefan Hipp, 49, von seinem Vater unterscheidet. Jeden Morgen um halb sechs geht der Sohn in den Pferdestall, begrüßt die Tiere – und reitet dann lange aus. Claus Hipp, 78, schließt um diese Uhrzeit, nicht weit davon entfernt, die Dorfkirche auf, abends verbringt er seine freie Zeit gerne in seinem Atelier. Der Junior reitet, der Senior malt – das ist wohl schon der größte Unterschied zwischen Vater und Sohn.
Die Hipps aus dem oberbayerischen Pfaffenhofen sind Deutschlands größte Produzenten von Säuglingsnahrung, ihr Geschäftsmodell beruht auf Vertrauen. Dem Vertrauen in seinen Bio-Babybrei, das Claus Hipp „mit seinem Namen“ bei Generationen von Eltern erworben hat. Sein Erstgeborener muss dafür sorgen, dass das auch so bleibt.
Denn es ist vor allem Stefan Hipp, ein studierter Landwirt, der in der öffentlichen Wahrnehmung seinem Vater nacheifert. Auch er ein bedächtig wirkender Mann, der in seinem Trachtenjanker aus der Zeit gefallen scheint. Der in TV-Spots an der Seite des Vaters über Kuhweiden und Mohrrübenfelder spaziert, bis der Vater den seit Jahrzehnten unveränderten Spruch sagt: „Dafür stehe ich mit meinem Namen.“ Doch Vertrauen ist schwer verdient und leicht verspielt. Es gab – und gibt – durchaus Krisen, die bewältigt werden müssen: Etwa, als Hipp 2012 den Negativpreis „Goldener Windbeutel“ der Lobbygruppe Foodwatch erhielt. Für die „dreisteste Werbelüge des Jahres“. Ein Warnschuss. Seinen Ruf muss sich Hipp immer wieder mit neuen – mit gesunden – Produkten verdienen.