Nachhaltige Möbel und Gebäude: Eine neue Welt aus Abfall
Wände aus 1,5 Millionen transparenten Plastikflaschen.
Foto: MiniwizTaipeh. Der Pavillon in Taipeh erstreckt sich über die Fläche von sechs Basketballfeldern. Sonnenlicht dringt durch die hellen Wände in den neunstöckigen Eco-Ark, ein Museum im Herzen von Taiwans Hauptstadt. Doch das Gebäude besteht nicht aus Glas und Stahl wie viele der anderen Hochhäuser in der Stadt. Die Wände des Pavillons sind aus 1,5 Millionen transparenten Plastikflaschen geschaffen.
Eco-Ark ist das Aushängeschild der taiwanischen Firma Miniwiz. Das Team um die beiden Architekten Arthur Huang und Jarvis Liu hat Recycling zum Kern ihres Geschäftsmodells gemacht. „Wir machen alles aus Müll“, sagt Liu, während er durch die Firmenzentrale führt. Wände, Stühle und sogar ein Flugzeug in der Mitte des Großraumbüros sind aus Abfall geschaffen. „Aus Hausmüll lässt sich fast jedes Produkt herstellen“, sagt Liu und tätschelt sachte die silberne Außenhülle des Flugzeugs.
Am Anfang von Miniwiz stand ein Schock. „Vor 20 Jahren waren alle Mülldeponien in Taiwan voll. Wir leben auf einer Insel und hatten keinen Platz mehr“, erinnert sich Liu. Er studierte Architektur an der Tunghai University. Arthur Huang war sein Dozent. Doch dann erkannten die beiden in dem Problem ihre Chance für ein Geschäftsmodell. „Gerade in der Architektur wird unglaublich viel weggeschmissen. Viele Geschäfte wollen ihr Design alle zwei bis drei Jahre austauschen“, sagt Liu. „Doch das muss nicht sein.“