Davos: Trump drückt dem Weltwirtschaftsforum seinen Stempel auf
Davos. In der Regel stehen auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ökonomische Themen im Vordergrund. Etwa die rasanten technologischen Entwicklungen rund um die Künstliche Intelligenz, denen im Programm des 56. Jahrestreffens der internationalen Politik- und Wirtschaftselite viel Platz eingeräumt wird. Doch spätestens seit dem Wochenende ist klar: Die Geopolitik wird dieses Treffen dominieren.
Am Samstag hatte US-Präsident Donald Trump Strafzölle für all diejenigen Länder angekündigt, die sich seinen Ansprüchen auf die zu Dänemark gehörende arktische Insel Grönland widersetzen. Auch Deutschland wäre davon betroffen.
Die Rede des US-Präsidenten galt schon vor der jüngsten Zolldrohung als spektakulärster Programmpunkt in Davos. „Die Teilnehmer haben ihre eigene Agenda regelrecht um den Tag herum geplant, für den seine Rede erwartet wurde“, sagt Tracy Francis, Senior Partnerin der Beratungsgesellschaft McKinsey. Für sie war Trumps Auftritt schon vor diesem Wochenende die „Wild Card“ der Davos-Woche, also der Termin mit dem größten Überraschungspotenzial.
„Trump hat das Forum mit seiner Agenda regelrecht gekapert“, sagt Sandra Navidi, Finanzexpertin und Gründerin des Analysehauses Beyond Global. Eine Schweizer Zeitung schrieb am Wochenende, Trump mache aus dem Weltwirtschaftsforum ein „Welt-Trump-Forum“.