Friseursparte Shiseido: Henkel will in den USA schöner werden
Der Düsseldorfer Konzern verstärkt sein US-Schönheitsproduktegeschäft.
Foto: ReutersDie Akquisition umfasse führende Hair Professional-Marken wie Joico und Zotos Professional. Die Deutsche erhoffen sich dadurch eine bessere Position im nordamerikanischen Markt. Die Behörden müssen der Übernahme aber noch zustimmen. „Damit stärken wir unser Friseurgeschäft in den USA, dem weltweit größten Hair Professional-Einzelmarkt“, begründete Henkel-Chef Hans Van Bylen den Zukauf.
Hans Van Bylen, der im Mai vergangenen Jahres den Vorstandsvorsitz übernahm, hatte bereits auf der Hauptversammlung im April angekündigt, dass Akquisitionen in allen drei Sparten von Henkel wie Klebstoffe, Waschmittel und Körperpflege in den nächsten Jahren in Frage kommen. Sie müssten aber „strategisch zu uns passen“ und „preislich in einem angemessenen Rahmen liegen“.
Sein Vorgänger Kasper Rorsted, heutiger Chef von Adidas, hatte vor zwei Jahren die Chance, den Haarpflegemittel-Konzern Wella vom US-Rivalen Procter & Gamble zu kaufen. Er stieg aber aus dem Bieterwettbewerb mit dem US-Konzern Coty aus, der von der deutschen Unternehmer- und Milliardärsfamilie Reimann kontrolliert wird, weil der Preis zu hoch war. Dabei hätte Wella nach Ansicht mancher Marktbeobachter gut in das Portfolio von Henkel gepasst.
Doch seit seinem Amtsantritt zeigte Rorsteds-Nachfolger Van Bylen bereits seine Entschlossenheit, Kaufchancen auf dem Weltmarkt zu nutzen. So übernahm er die US-Verpackungsfirma Darex Packaging Technologies für rund eine Milliarde US-Dollar, um das Klebstoffgeschäft zu stärken. In Mexiko kaufte Henkel den Haarprodukt-Anbieter Nattura. Außerdem hat der Konzern einen 150-Millionen-Euro-Topf mit Wagniskapital für Zukunftsunternehmen geschaffen.
Jetzt also will er mit der Übernahme des amerikanischen Friseurgeschäfts von Shiseido die kleinste Sparte des Düsseldorfer Konzerns ausbauen. Mit Schönheitsprodukten kam Henkel im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro, während er mit Wasch- und Reinigungsmitteln 5,8 Milliarden und mit Klebstoffen für Privatkunden und die Industrie 8,9 Milliarden Euro erzielte.
Mit dem jüngsten Deal mit Shiseido wird Van Bylen ein Unternehmen integrieren, dass 2016 den Angaben zufolge mit 700 Mitarbeitern auf einen Umsatz von rund 230 Millionen US-Dollar kam. Das Unternehmen betreibt dort einen Produktionsstandort sowie eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung.
Es ist für Henkel den Angaben zufolge der dritte Zukauf im US-Friseurgeschäft in den vergangenen Jahren. 2014 habe Henkel die drei amerikanischen Unternehmen Sexy Hair, Alterna und Kenra übernommen und im vergangenen Monat eben den Zukauf von Nattura Laboratorios mit der US-Friseurmarke Pravana vollzogen.
Die Börse reagierte auf den Zukauf verhalten. Die Aktie legte am Morgen zwischenzeitlich nur leicht auf 121,95 Euro zu.