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„Fack ju Göhte“-Star Elyas M’Barek„Man wird eine Marke“

In der Schule blieb Elyas M’Barek dreimal sitzen, mit „Fack ju Göhte“ wurde er zum Star – und Sexsymbol. Und nun? Ein Gespräch über den Erfolg der Reihe, die Vergänglichkeit des Ruhms als Teenie-Idol, Geld und seine Angst vor der AfD.Peter Brors und Thomas Tuma 02.12.2017 - 08:00 Uhr Quelle: Handelsblatt MagazinArtikel anhören

„Klappern gehört zum Beruf.“

Foto: Mathias Bothor/photoselection für Handelsblatt Magazin, Styling: Katharina Grusczczynski für Handelsblatt Magazin

Die Dachterrasse des Münchner Fünf-Sterne-Hotels „Bayerischer Hof“ ist auch im Herbst eine sehr angesagte Adresse für eine bestimmte, finanzkräftige Klientel. Näher kann man der Frauenkirche und dem an diesem Mittag weiß-blauen Himmel kaum kommen. Da drüben sitzen Touristen aus den USA, hier ein paar Geschäftsleute aus Dubai. Mittendrin an einem der Holztische: ein junger Mann, der hier nicht so richtig reinpasst, aber auch nicht weiter auffällt. Einfach weil ihn außer den Servicekräften niemand kennt, und die müssen so tun, als sei er ein ganz normaler Gast.

Ist er natürlich nicht. Schon unten in der Lobby würde er einen Massenauflauf provozieren: Elyas M’Barek, 35, Schauspieler. Der aktuell vielleicht erfolgreichste der Republik, auf jeden Fall der sexyeste. In jeder Frauenzeitschriften-Umfrage würde er derzeit weit vor Schweiger, Schweighöfer und Co. landen. Im Oktober war er im dritten und letzten Teil der Schul-Klamotte „Fack ju Göhte“ zu sehen. Wieder ein Millionenhit – wie die zwei davor. Wieder ein Riesenhype.

Was soll jetzt noch kommen? Tja. Reden wir also lieber gleich übers Geld, was Herr M’Barek irgendwann im Laufe der nächsten Stunde ziemlich doof finden wird.

Herr M’Barek, reicht’s Ihnen jetzt auch mal mit „Heul leise, Chantal“?
Deshalb hieß der dritte Teil ja „Final Fack“.

Sind Sie also froh über das Ende von „Fack ju Göhte“?
Froh nicht, nein. Warum auch? Ich verdanke der Rolle und den Filmen ja unheimlich viel. Nur ist die Story jetzt einfach auserzählt.

Die drei Komödien gehören mit zu den umsatzträchtigsten Filmen, die in Deutschland je zu sehen waren. Wie erklären Sie sich den Erfolg?
Die Themen waren einfach zeitgemäß: Schule, Bildung, Leistungsdruck, Mobbing. Die Filme waren so tiefgründig, wie es manche Arthouse-Filme vielleicht gern wären. Lehrer zum Beispiel ist ja auch ein wahnsinnig anstrengender Job. All diese Sachen interessierten jedenfalls eine Menge Leute. Und lustig war’s auch noch.

Gab’s einen Moment, wo Ihnen das Ausmaß des Hypes klar wurde?
Ach, man merkt das natürlich schon am Interesse der Öffentlichkeit – auch an der Zahl der neu reinkommenden Film- und Werbeangebote. Man wird eine Marke …

… was sicher Ihren Marktwert verändert hat, oder?
Natürlich. Aber genauso wird dieser Marktwert auch wieder fallen, denn ich kann ja als Schauspieler nicht davon ausgehen, noch einmal einen derartigen Publikumserfolg zu landen.

Sie traten auch schon in kleineren, deutlich weniger publikumsträchtigen Filmen auf.
Weil ich mir die Projekte nicht nach den Erfolgsaussichten aussuche. Das wäre auch die falsche Strategie, denke ich.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°7 – Dezember 2017. Weitere Themen im neuen Heft sind u.a.: Mensch, Übermensch! Thea Dorn über Euphorie, den Maschinen immer mehr Verantwortung zu übertragen. Pure Leidenschaft: Ein Atelierbesuch bei dem deutschen Designerstar Sebastian Herkner. Monumental modern: Welche Botschaft haben die neuen Zentralen von Apple, Google, Facebook & Co. für uns? Jetzt lesen: Den Digitalpass vier Wochen gratis testen und das komplette Handelsblatt Magazin kostenlos als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 1. Dezember 2017 am Kiosk erwerben. Foto: Handelsblatt

Ihre erste Rolle hatten Sie einst in der Teenie-Komödie „Mädchen, Mädchen“. Da war die Gage sicher noch auf Krümelgröße.
O ja, und der Krümel wurde noch in D-Mark berechnet – verständlicherweise. Damals gab’s ja auch noch gar keinen Grund, mir viel Geld zu bezahlen. Mich kannte ja noch niemand. Ich hätte die Rolle auch umsonst übernommen. Für mich war das eine Investition in die eigene Zukunft.

Gab’s einen Schlüsselmoment in Ihrer Karriere, als Sie merkten: Das kann tatsächlich auch finanziell funktionieren?
Bei „Türkisch für Anfänger“ wurde mir plötzlich klar: Hey, davon kann ich sogar die Miete bezahlen. Dabei ist es erfreulicherweise geblieben.

Reden Sie mit Ihrer Managerin darüber, was Sie plötzlich für Honorare aufrufen können?
Das ist doch auf dem Sportmarkt nicht anders. Wenn ich plötzlich Weltmeister bin, dürfte ich in der nächsten Saison auch in einem besseren Verein spielen zu anderen Konditionen.

Wie wuchsen Ihre Gagen im Laufe der drei „Fack ju“-Filme?
Darüber werden Sie von mir nichts hören.

Warum nicht, darauf kann man doch stolz sein ...
In Deutschland darf man nicht über Geld reden.

Wir sind da anders und würden uns neidfrei mit Ihnen freuen.
Ihr Großkapitalisten vom „Handelsblatt“, haha! Aber im Ernst: Ich lebe für die Kunst. Was die Tabuisierung des Finanzthemas angeht, habe ich mich außerordentlich gut in die deutsche Gesellschaft integriert, würde ich sagen.

Sie sind als Sohn einer Österreicherin und eines Tunesiers in Niederbayern groß geworden. War Ihr Vater ein Beispiel für gelungene Integration?
Kann man schon so sehen, ja. Mein Vater war wahnsinnig fleißig, um sich und uns hier ein Leben aufzubauen.

Sie selbst sollen in Ihrer Schulzeit ziemliche Flegeljahre gehabt haben. Wie haben Sie dann die Kurve gekriegt? Auch durch Ihre Eltern?
So eine Kehrtwende ist ja nur dann nachhaltig, wenn man sie selbst einsieht. Bei mir reifte irgendwann die Erkenntnis: Ich bringe es nur dann zu was, wenn ich mich anstrenge, hart arbeite und vor allem noch den Schulabschluss hinkriege. Nach meinem Abitur fragt mich heute zwar niemand mehr, dennoch war es wichtig, diesen Abschluss zu bekommen.

Eine Auswahl von M’Bareks bisherigen Filmen. Ganz rechts: „Dieses bescheuerte Herz“, der am 21. Dezember startet.

Foto: PR

Was läuft bei der aktuellen Flüchtlings- und Integrationsdebatte schief?
Schwieriges Thema. Dass man in Deutschland vor allem immer ausschließt, statt erst mal zu versuchen, ein Gefühl des Miteinanders zu schaffen. Es gibt momentan ein Klima der Angst, der Intoleranz. Daran sollten alle arbeiten – die Deutschen, aber natürlich auch all jene, die neu hier ankommen. Gerade AfD-Politiker schüren ein Klima der Angst und der Feindseligkeit.

Wo haben Sie selbst eher Diskriminierung erlebt: in Ihrer Schulzeit in Niederbayern oder im Filmgeschäft? Immerhin waren Sie dort ein paar Jahre auf die Rolle des Klischee-Türken abonniert.
Das ist ja nur ein Spiel mit der Rolle. Das Filmgeschäft ist sehr bunt, offen und tolerant. Überhaupt habe ich Diskriminierung nicht groß erlebt, wenn man von ein paar blöden Sprüchen absieht.

Vor der Bundestagswahl haben Sie und das „Fack ju Göhte“-Ensemble in einem Youtube-Spot dazu aufgerufen, wählen zu gehen … wenn auch nicht die AfD. War das Ihre Idee?
In erster Linie die unseres Produzenten Bora Dagtekin. Wir kamen spontan auf den Gedanken, dass wir unsere Möglichkeiten nutzen sollten, mal auf ein ernstes Thema aufmerksam zu machen. Der Spot wurde dann auch erst wenige Wochen vor der Wahl produziert, an einem Tag, als wir eh noch an dem Film gearbeitet haben.

War die Sorge über ein Erstarken der Rechten das auslösende Moment für die Aktion?
Sicher auch. Aber gerade die Wahlbeteiligung der jüngeren Jahrgänge ist ja oft sehr schwach. Wir hatten schon die Hoffnung, dass sich die Leute diesem Rechtspopulismus dann wählend entgegenstellen.

Hat der große AfD-Erfolg Sie erschreckt?
Leider nicht wirklich. Von solchen Zahlen musste man ja fast ausgehen.

Wollen Sie sich im nächsten Jahr öfter mal politisch äußern?
Die Möglichkeiten, die ich durch meine Prominenz habe, muss ich verantwortungsvoll nutzen. Ich bekomme ja auch sehr viele Anfragen von Organisationen mit durchaus ehrenwerten Motiven und Zielen. Kann ich aber nicht alles unterstützen. Und je mehr ich mich da verausgabe, umso weniger werde ich wiederum gehört. Also alles in Maßen. Auf den Geht-wählen-Spot bekam ich sehr viel Feedback, sicher mehr, als wenn ich nebenher auch noch Nilpferde, das Klima und die EU retten wollte.

Wie politisch darf man als deutscher Filmstar und „Fack ju Göhte“-Gesicht sein?
Ich sehe da für mich keine Einschränkungen. Warum auch?

Elyas M’Barek wurde am 29. Mai 1982 als Sohn eines Tunesiers und einer Österreicherin in München geboren. Im Gymnasium blieb er dreimal sitzen, landete auf der Hauptschule, machte dann aber doch noch das Fachabitur. Sein erster großer Erfolg wurde die ARD-Vorabendserie „Türkisch für Anfänger“, aus der auch ein Kinofilm entwickelt wurde. In der Rolle des Kleinkriminellen Zeki Müller schnodderte sich M’Barek danach durch drei „Fack ju Göhte“-Filme, die zu den erfolgreichsten der hiesigen Kino-Geschichte gehören.

Foto: Mathias Bothor/photoselection für Handelsblatt Magazin, Styling: Katharina Grusczczynski für Handelsblatt Magazin

Til Schweiger wurde sein bisweilen lautstark vorgebrachtes Engagement, etwa in der Flüchtlingsfrage, schon vorgeworfen.
Na und? Ich finde gut, was er macht, und glaube, dass man generell eine Haltung haben und dann auch vertreten sollte. Ohne Rücksicht auf Verluste oder Karrierefragen.

Nach dem Abitur haben Sie’s mal mit einem BWL-Studium probiert, das Sie aber nie abgeschlossen haben. Weil’s so doof oder Ihre Filmkarriere schnell so erfolgreich war?
Wenn das mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte, wäre ein Plan B nötig gewesen. Dann hätte ich Filmproduktion studiert, wofür ich wiederum ein Vordiplom in BWL gebraucht hätte. Also war ich ein paar Semester eingeschrieben – sehr erfolglos.

Betriebswirtschaft hat Sie nicht gepackt?
Null.

Auch heute nicht?
Ich interessiere mich schon für Zahlen, auch Mathe mochte ich ganz gern in der Schule. Aber wenn’s zu abstrakt wird, bin ich schnell raus. Ist mir zu trocken. Ich bin wohl eher der handwerkliche Typ.

Mittlerweile sind Sie auch an einem Münchner Restaurant beteiligt.
Da halte ich mich wirklich im Hintergrund – gibt schon genug Leute, die auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen wollen und sich dann auch irgendwann übernehmen. Ich konzentriere mich lieber auf den Film.

Müssen Schauspieler nicht auch Unternehmer sein?
Halte ich nicht für nötig. Aber wenn man auch später noch ein nettes Leben führen möchte, sollte man schon verantwortungsbewusst mit dem Geld umgehen.

Man kann doch lange Schauspieler sein, nicht?
Es kann auch schnell zu Ende sein. Auf einmal ist man nicht mehr „hot“, die Leute wollen jemand anderen sehen. Das sollte man sich immer mal vor Augen führen.

„Ich suche mir Projekte nicht nach Erfolgsaussichten aus“, sagt M’Barek.

Foto: Mathias Bothor/photoselection für Handelsblatt Magazin, Styling: Katharina Grusczczynski für Handelsblatt Magazin

Matthias Schweighöfer, Til Schweiger, Bully Herbig – viele Stars Ihrer Branche schauspielern nicht nur, sondern führen auch Regie, schreiben die Drehbücher, produzieren sogar. Warum reicht es Ihnen, vor der Kamera zu stehen?
Ich will nichts ausschließen, hätte aber schon vor der zusätzlichen Regiearbeit großen Respekt. Das bedeutet ja auch eine Riesenverantwortung. Insofern traue ich mir zumindest nicht zu, mich hinzustellen und zu sagen: So, ich bin jetzt auch Regisseur.

Wie nehmen Sie das deutsche Filmgeschäft generell wahr?
Es wird hierzulande immer noch stark zwischen U und E getrennt …

… also zwischen Unterhaltung und Ernst …
… was einen in der eigenen Schauspieler-Eitelkeit gelegentlich ein bisschen kränken kann. Dabei finde ich eigentlich nur, dass die vermeintlich leichten wie die schweren Stoffe alle ihre Berechtigung haben. Es ist ungerecht, wenn manche dann nur Hohn für Publikumserfolge übrig haben. Wir sollten in Deutschland generell positiver mit Erfolgen umgehen.

Kurz vor Weihnachten wird man Sie in dem Film „Dieses bescheuerte Herz“ von Marc Rothemund in einer anderen, neuen Rolle sehen: als verwöhnter Arztsohn, der einen schwer herzkranken Jungen kennen lernt – und damit eine andere Welt. Teils sehr anrührend. Ist das der Beginn eines Imagewandels – weg vom Teenie-Sexsymbol?
So viele strategische Gedanken mache ich mir gar nicht, zumal es solche Filme in meiner Vita ja schon früher gab. Im vergangenen Jahr konnten Sie mich in dem Thriller „Who am I“ sehen. Mir ist durchaus bewusst, dass ich nicht immer nur Komödien drehen kann. Und „Dieses bescheuerte Herz“ ist sicher weniger brachial als „Fack ju Göhte“.

Wie viele Filme drehen Sie so zurzeit pro Jahr?
Es sieht nach mehr aus, weil ich im einen oder anderen kleine Gastrollen habe. Aber eigentlich mache ich aktuell nur einen Film pro Jahr. Zumal so etwas wie „Fack ju Göhte“ ja nicht nur drei Monate Dreharbeiten bedeutet. Dazu kommen die Vorbereitung, die Promotion-Termine und, und, und …

Viele Schauspieler krebsen in Deutschland am Existenzminimum herum. Wann haben Sie sich das letzte Mal arbeitslos gemeldet?
Das ist lange her. Da war ich vielleicht Anfang 20, und das ging auch nur für zwei Monate oder so. Heute würde ich selbst mich nicht mehr arbeitslos melden, auch wenn ich’s wäre. Übrigens: Um Arbeitslosengeld zu kriegen, müssen Sie ja überhaupt 180 sozialversicherungspflichtige Tage Arbeit nachweisen können. Wer das schafft, ist also eh schon mal gut beschäftigt.

Hatten Sie eigentlich mal eine richtige Schauspielausbildung?
Nein, was ich kann, habe ich im Job gelernt. Gilt aber für viele meiner Generation, würde ich sagen.

Auf einer Skala von eins (Betriebsfest-Sketch) bis zehn (Oscar-Verleihung) – wie schätzen Sie selbst Ihre schauspielerischen Fähigkeiten ein?
In Deutschland natürlich auf der Zehn. Klappern gehört zum Beruf.

Warum versuchen Sie Ihr Glück nicht auch in Hollywood?
Das hat sich bisher einfach noch nicht ergeben. Ist auch nicht so einfach. Der amerikanische Markt ist viel schwieriger als der deutsche. Mein Englisch ist auch einfach nicht gut genug. Das ist immer ein Stigma.

Oder nervt es, sich als quasideutscher Weltstar beim Casting wieder hinten anstellen zu müssen?
Der Weltstar bin ich in den USA ja gar nicht. Insofern würde ich dort wirklich wieder von vorn anfangen.

Deutsche werden im US-Filmgeschäft gern als Nazis besetzt.
Einen deutschen Nazi würde ich wohl weder dort noch hier spielen können. Obwohl ich selbst gar nichts gegen so eine Rolle hätte.

Sie sind auch in sozialen Netzwerken sehr aktiv. Posten Sie das alles noch selbst?
Absolut.

Bei anderen Schauspiel- oder Musikstars kümmern sich darum längst komplette Stabsabteilungen.
Das ist deren Sache. Ich denke, dass man sofort merken würde, wenn die Sätze nicht von mir stammen. Das lebt auch von einem gewissen Ton.

Was läuft in sozialen Netzwerken am besten … Halbnacktfotos?
Schon, ja, mit Kindern oder süßen Hundewelpen klappt’s natürlich auch. Ein Augenzwinkern sollte immer dabei sein. Mir ist Selbstironie sehr wichtig.

Bei Twitter haben Sie knapp 900.000 Follower, bei Facebook 2,4 Millionen, bei Instagram 2,2 Millionen. Sie sind ein moderner Meinungsführer. Welche Plattform ist die wichtigste?
Ich mache auch das nicht aus Karrieregründen, sondern weil es Spaß macht. Am meisten Spaß macht mir derzeit Instagram.

Facebook?
Ist ein bisschen zur Müllhalde geworden, auf der zu viele alte Männer miese Laune und Gepöbele posten. Es gibt eine echte Welt, die ich spannender finde als die dieser Internet-Trolle.

Wie lässt sich der Social-Ruhm monetarisieren?
Man muss doch nicht mit allem immer Geld verdienen. Zumal man schnell an Glaubwürdigkeit verliert, wenn man sich etwa von Werbepartnern zu abhängig macht. Ich habe jedenfalls noch nie Geld dafür gekriegt, dass ich irgendein Produkt poste.

Auch nicht, wenn’s eine teure Schweizer Uhr von IWC ist?
Moment! Bei denen bin ich ja Markenbotschafter …

… was ein charmanteres Wort für „Werbevertrag“ ist.
Ich empfinde mein Engagement dort als Ehre. Aber da gibt’s niemanden, der sagt: „Halt mal die Uhr in die Kamera!“ Wenn’s Werbung ist, muss man das mittlerweile auch im Netz kennzeichnen.

Mal grundsätzlich: Wie kriegen Sie raus, ob jemand Sie oder Ihren Ruhm mag?
Das merkt man schnell. Und ich halte mich da auch für ziemlich sensibel, das zu spüren, woran die Leute wirklich interessiert sind. Aber wollt ihr hier wirklich nur über Geld reden? Am Ende kriege ich von euch noch einen geschlossenen Immobilienfonds angedreht.

Keine Sorge, wir sind nur Journalisten. Finden Sie das Thema Geld und Geschäft so schlimm?
Na ja, langweilig und … ja … auch unsympathisch.

Ist das jetzt nicht schon wieder sehr deutsch, dass Sie daraus so ein Tabu machen? Geld ist Wirtschaft, und Wirtschaft steckt in allem: im Musik- wie im Filmgeschäft, im Theater und sogar in den Kirchen. Alles funktioniert nach ähnlichen Mechanismen.
Schon okay.

Also, was machen Sie mit Ihrem Ersparten? Wie legen Sie’s an?
Ich versuche tatsächlich, auch damit verantwortungsbewusst umzugehen, und lege mein Geld zurzeit eher in Wohnimmobilien an – in Leipzig und ein paar anderen Städten.

Ist aktuell recht teuer.
Dafür zahle ich nicht so viel Zinsen.

Ein Nullsummenspiel?
Eine Art, sein Geld in Ruhe anzulegen und in 20 Jahren zu schauen, was draus geworden ist.

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Wann haben Sie sich zuletzt etwas gekauft, weil’s einfach geil war?
Gerade erst … eine Reise auf die Malediven. Mir würde aber schon ein gutes Essen reichen. Ich bin nicht so materiell, wie Sie vielleicht denken.

Wissen Sie schon, was Sie nächstes Jahr drehen?
Nein. Ich habe derzeit keinen Plan. Und das ist vielleicht auch der größte Luxus, den ich mir gerade gönne: mich nicht so verplanen zu lassen.

Wann ist Elyas-M’Barek-Sein anstrengend? Jetzt gerade?
Wenn man im Restaurant sitzt und im Minutentakt um Selfies gebeten wird. Es wäre schon schön, wenn die Leute mit ihrer Neugier wenigstens warten könnten, bis man aufgegessen hat. Da fällt mir ein guter Schluss ein für uns hier. Kennen Sie das Restaurant Grill Royal in Berlin?

Klar, sehr angesagt bei einer bestimmten Klientel.
Überm Eingang steht „Capitalism kills Love“. Drinnen isst man dann Steaks für 200 Euro. Damit ist eigentlich alles gesagt.

Herr M’Barek, vielen Dank für das Interview.

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