Portrait Kramp-Karrenbauer: Testlauf für Merkels Liebling
Die Politikerin klebt in Saarbrücken mit einem Besen symbolisch das letzte Teil ihres Plakatmotivs für die Landtagswahl an (2017).
Foto: picture alliance / Oliver DietzeBesonders groß ist sie nicht, sie misst einen Meter dreiundsechszig. Aber es macht ihr nichts aus. Wenn Annegret Kramp-Karrenbauer der Überblick fehlt, dann stellt sie sich einfach auf den Stuhl, auf dem sie kurz zuvor noch gesessen hat. So wie in der vergangenen Woche beim politischen Aschermittwoch der Saar-CDU, wo der Beifall nach ihrer Rede so lange dauert, dass sie zunächst in aller Ruhe von der Bühne zurück zu ihrem Platz gehen kann, sich erst setzt, dann wieder aufsteht und sich schließlich auf den Stuhl stellt, um die Ovationen auszukosten. Gäbe es jetzt hier im Gemeindesaal von Schwalbach eine spontane Abstimmung, wie die nächste deutsche Bundeskanzlerin heißen soll, das Ergebnis wäre klar.
In Hintergrundkreisen wurde Kramp-Karrenbauer schon häufig gefragt, wie Kanzlerin Angela Merkel ihre Nachfolge wohl organisieren werde. Sie, die Vertraute der Kanzlerin, müsse es doch wissen. Aber Kramp-Karrenbauer antwortete nur: „Wenn sie es weiß, dann wird sie mit niemandem vorher darüber reden.“ Nun hat Merkel geredet. Vor drei Wochen im Krankenhaus mit Generalsekretär Peter Tauber, der seit November 2017 an einer Darmkrankheit leidet. Und danach mit AKK, wie Kramp-Karrenbauer in der Partei genannt wird.