MBA für Gründer: Fehler ausdrücklich erlaubt – wie Business-Schools Entrepreneure formen
Seine Karriere begann an der WHU und dient vielen ambitionierten Start-up-Gründern als Vorbild.
Foto: Marko Priske für HandelsblattMünchen. Dass seine Idee nichts taugt, ahnt Georg Bader schon, bevor er sie im Plenum dem Dozenten und seinen 30 Kommilitonen vorstellt. Im Team hatte er zuvor im Schnelldurchlauf das Geschäftsmodell für ein Fitness-Start-up entworfen. Herzstück der Firma: ein Armband, mit dessen Hilfe Sportler ihren Puls überwachen können.
Innerhalb eines Nachmittags entwarfen die Studenten das Konzept für ihre „Health Rating Agency“, erstellten einen Finanzplan, definierten die Zielgruppe, sondierten den Markt – und stellten schnell fest, dass Konkurrenten mit fast identischen Produkten bereits erfolgreich am Start waren. „Unter realen Bedingungen wären wir mit unserem Start-up ziemlich sicher gescheitert“, sagt Bader.
Um den großen Wurf ging es an jenem Nachmittag im Hörsaal der Münchner TUM School of Management allerdings auch gar nicht. Vielmehr sollten die Teilnehmer des MBA-Programms „Innovation and Business Creation“ lernen, wie man aus einer Idee ein Geschäftsmodell entwickelt.
Fehler zu machen war dabei ausdrücklich erlaubt: „Im Plenum werden die Geschäftsmodelle der Studierenden analysiert und verbessert. So bauen sie im Laufe des Programms eigene Erfahrungen auf, auf die sie dann im Ernstfall zurückgreifen können“, sagt Bernhard Kraus, Geschäftsführer des Executive Education Center an der TUM School of Management. Dadurch sinke die Wahrscheinlichkeit, dass der Student den Fehler aus der Übung später bei einer echten Gründung wiederhole.