Fintech: Cringle stellt den Betrieb ein
Das Bezahlen per Smartphone nimmt in Deutschland langsam Fahrt auf. Der Handy-zu-Handy-Bezahldienst Cringle kann aber nicht weitermachen.
Foto: E+/Getty ImagesFrankfurt. Das Berliner Finanz-Start-up Cringle gibt auf. „Liebe Nutzer, leider muss unser Service eingestellt werden. Neue Transaktionen sind ab sofort nicht mehr möglich“, schreibt der Handy-zu-Handy-Bezahldienst auf seiner Homepage. „Neue Transaktionen sind ab sofort nicht mehr möglich.“
Der Schritt folgt auf den Insolvenzantrag, den Cringle vor gut fünf Wochen gestellt hatte. Die Firma war vor vier Jahren mit ihrem Angebot gestartet, nun aber bei der Suche nach neuen Investoren gescheitert.
Das Fintech suchte Geldgeber, um sein europaweites Wachstum zu finanzieren. Doch Investoren fürchteten scheinbar Konkurrenz durch Google, Apple, Facebook und Amazon.
Cringle hatte mit den Onlinebanken DKB und Consorsbank kooperiert. Mit dem Fintech konnten Nutzer innerhalb von kurzer Zeit per App Geld an ihre Freunde senden – etwa um gemeinsam eine Restaurantrechnung zu begleichen.
Unmittelbar nach Cringle hatte mit Lendstar ein zweiter Handy-zu-Handy-Zahldienst über seine Insolvenz berichtet. Auch Lendstar teilte mit, man habe vergeblich nach einem Käufer gesucht. Die App läuft bisher aber weiter.
Gescheitert sind die beiden Fintechs letzten Endes an den etablierten Geldhäusern. So haben Sparkassen und Volksbanken jeweils ein Handy-zu-Handy-Zahlsystem gestartet und nutzen „Kwitt“ inzwischen gemeinsam. Kwitt hat mehr als eine Million Nutzer. Das verdeutlicht, wie schwer sich Fintechs tun, wenn die traditionellen Banken ihrerseits mit Macht ein ähnliches Produkt anbieten – und das ebenfalls kostenlos.