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KonjunkturDie Industrieschwäche ist noch nicht überwunden

Neue Produktionszahlen bieten Anlass zur Hoffnung auf eine Erholung der deutschen Industrie in diesem Jahr. Doch die Unsicherheit in der Industrie bleibt.Donata Riedel 09.01.2020 - 12:19 Uhr Artikel anhören

Die Branche klagt über sinkende Auftragseingänge.

Foto: dpa

Berlin. Am Jahresende gab es vor allem eine beunruhigende Zahl, die dem im Dezember aufkeimenden Konjunkturoptimismus Einhalt geboten hatte: Die Industrieproduktion war im Oktober um 1,4 Prozent zurückgegangen, nachdem sie auch schon im September 1,3 Prozent verloren hatte.

Umso erleichterter reagierten Konjunkturbeobachter jetzt auf die am Donnerstag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen für den November: Die Industrieproduktion stieg demnach um 1,1 Prozent – und damit weitaus kräftiger, als erwartet worden war.

„Die Konjunkturschwäche in der Industrie ist damit noch nicht überwunden“, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die November-Zahlen. Aber: „Die Stabilisierung bei den Auftragseingängen und verbesserte Geschäftserwartungen sprechen dafür, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten etwas aufhellen dürfte“, erwartet man nun im Ministerium von Peter Altmaier (CDU). Denn der Ifo-Index für die Produktionserwartungen der Industrie, ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht, ist im Dezember von minus 6,6 auf minus 5,7 Punkte „sanft gestiegen“, so Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

„Sanft gestiegen“, das heißt zunächst nicht viel. Denn die für den Ifo-Index befragten Unternehmen erwarten jetzt, dass die Industrieproduktion in den kommenden Monaten weiter sinken wird, nur langsamer als zuvor. „Eine durchgreifende Erholung ist noch nicht in Sicht“, sagte denn auch Nils Jannsen vom Kieler IfW: In den vergangenen zwölf Monaten sei die Produktion um vier Prozent geschrumpft, damit reiche der November-Anstieg keinesfalls für eine Trendwende aus.

Zumal die Industrie neben guten auch schlechte Signale sendet: Die Exporte liefen im November ausgesprochen schlecht, sie nahmen um 2,3 Prozent ab. Vor allem die Auto- und die Maschinenbaubranche klagten in der Ifo-Umfrage über weiterhin schwache Aussichten.

Der Maschinenbauverband VDMA meldete für November gar, dass sein Auftragseingang um real 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken sei. Allerdings, so VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers, sollte dieser Einbruch nicht überbewertet werden: „Die Latte für den Vorjahresvergleich liegt noch recht hoch.“ Denn 2018 lief es noch recht gut für die Branche.

In der Chemieindustrie hingegen, die zuletzt besonders schwache Zahlen gemeldet hatte, registrierte Ifo-Experte Wohlrabe eine leichte Aufhellung.

Die große Konjunkturstütze aus der Industrie bleibt damit bis auf weiteres einsam die Bauindustrie, die bei monatlichen Schwankungen auf Wachstumskurs bleibt.

Aus diesen gemischten Signalen lesen die Instituts-Volkswirte eine „Bodenbildung“ ab: Es geht insgesamt in der Industrie nicht mehr steil bergab, wenn auch der Aufschwung für den wichtigen Sektor noch nicht in Sicht ist. Bau und privater Konsum bleiben damit als Wachstumstreiber auch zu Beginn des neuen Jahres noch allein.

Unterm Strich werden so die Winterprognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute bestätigt. Sie erwarten für dieses Jahr ein nur leicht höheres Wachstum als im Abschwung-Jahr 2019.

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