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LandesbankHelaba baut bis zu 400 Stellen ab

Bei der Frankfurter Landesbank fallen mehr als zehn Prozent der Jobs weg. Das sei „alternativlos“, um die Effizienz und Agilität der Bank zu erhöhen.Elisabeth Atzler 19.02.2020 - 12:06 Uhr

Die Landesbank Hessen-Thüringen will 380 bis 400 Jobs abbauen.

Foto: Vedder, Mario / Keystone

Frankfurt. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) streicht mehr als zehn Prozent der Jobs. Wie die Helaba am Mittwoch mitteilte, will sie bis zum Jahr 2023 rund 380 bis 400 Stellen streichen. Die Bank hatte zuletzt etwa 3.400 Mitarbeiter.

Es war bereits bekannt, dass die Helaba das Unternehmen umbauen, sparen und Stellen abbauen will. Das Programm mit dem Titel „Scope“ soll dafür sorgen, dass die Kosten bis 2023 auf dem Niveau von 2018 verharren. Das waren rund 870 Millionen Euro.

Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker hält den eingeschlagenen Weg für „alternativlos“, wie er am Mittwoch sagte. Es gehe darum, die Schlagkraft der Bank zu erhöhen und sie effizienter, agiler und kostengünstiger aufzustellen.

Die Landesbank mit Hauptsitz in Frankfurt war vergleichsweise gut und ohne Staatshilfe durch die Finanzkrise gekommen. Sie ringt aber nun, wie andere Geldhäuser auch, mit den Negativzinsen in der Euro-Zone. Zudem muss sie ihre IT dringend erneuern.

Bisher haben die schwierigen Rahmenbedingungen allerdings nur leichte Spuren in der Bilanz des Geldhauses hinterlassen. 2018 verdiente die Helaba gut 440 Millionen Euro vor Steuern und damit nur etwas weniger als ein Jahr zuvor. Größter Ertragsbringer ist seit Langem das Immobiliengeschäft. Die Zahlen für 2019 legt sie Ende März vor.

Derzeit ist die Helaba dabei, eine engere Zusammenarbeit, womöglich sogar eine Fusion, mit dem Sparkassen-Fondsdienstleister Dekabank auszuloten. Mehrheitseigner der Helaba sind die Sparkassen aus Hessen und Thüringen.

Details zu den Stellenstreichungen nannte die Helaba nicht. Man verhandle derzeit mit dem Personalrat, „wie die Abbaumaßnahmen umgesetzt werden können“. Helaba-Chef Grüntker sagte: „Wir stehen zu unserem Versprechen, den notwendigen Personalabbau entsprechend der Helaba-Werte zu begleiten, und wir streben einen sozialverträglichen Abbau über alle Ebenen an.“ Er sagte allerdings nicht explizit, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Auch auf Nachfrage des Handelsblatts wollte die Bank sich dazu nicht äußern.

Große Verunsicherung unter Mitarbeitern

Im Januar hatte eine Rede Grüntkers vor Führungskräften nach Handelsblatt-Informationen für große Unruhe in der Bank gesorgt. So sagte er damals, dass das Management mit den Arbeitnehmervertretern „über den Sozialplan und den Interessenausgleich“ verhandle. Genau diese Formulierung verunsicherte viele Helaba-Mitarbeiter. Schließlich werden mit einem Sozialplan Stellenstreichungen in großem Stil und Kündigungen verbunden.

Wie groß die Irritationen nach Grüntkers Auftritt waren, zeigt sich daran, dass der Personalrat kurz darauf reagierte. Die Arbeitnehmervertreter erklärten im Intranet: Mitglieder des Gesamtpersonalrats seien „in den vergangenen Tagen verschiedentlich“ auf die Rede und den erwähnten „Sozialplan“ angesprochen worden. „Einige Kollegen und Kolleginnen befürchten im Zusammenhang mit diesem Begriff, dass der Personalabbauprozess unter Anwendung von Kriterien der sozialen Auswahl verbunden sein könnte.“

Das sei aber nicht Gegenstand der Verhandlungen mit dem Vorstand, so der Personalrat. Hintergrund sei vielmehr, dass das Gremium über eine sogenannte Ergänzungsvereinbarung verhandle. Diese sei zwar technisch gesehen laut dem hessischen Personalvertretungsgesetz ein Sozialplan. Aber sie enthalte selbstverständlich keine Sozialauswahl oder Ähnliches für betriebsbedingte Kündigungen.

Maßstab für den Personalrat sei, dass der Personalabbau sozialverträglich und einvernehmlich erfolge. Darüber gebe es auch keinen Dissens unter den Verhandlungspartnern.

Die Helaba hatte auf Anfrage gesagt: Bei der Umsetzung des Personalabbaus habe man angekündigt, „dass wir diesen Prozess entlang unserer Helaba-Werte verantwortungsvoll begleiten werden. Dazu stehen wir auch unverändert“. Sie nannte aber auch damals keine Details.

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