Drogeriekette: dm-Filialen werden zu Paketstationen
Zunächst 150 Filialen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fungieren jetzt auch als Paketstationen.
Foto: dpaDüsseldorf. Zu gern verbreitet dm das Bild vom nahbaren Drogeriemarkt um die Ecke, im dem es zuvorderst um die Bedürfnisse der Menschen geht. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Wettbewerb immens ist.
Nun hat Markus Trojansky, dm-Geschäftsführer und zuständig für das Thema Expansion, eine wahrlich kundennahe Idee vorangetrieben: Zunächst 150 Filialen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fungieren jetzt auch als Paketstationen.
Kunden können sich Sendungen der Dienstleister DHL, DPD, Hermes oder UPS dorthin liefern lassen und auch Retouren abgeben. dm-Chef Christoph Werner, Sohn des Gründers Götz Werner, spricht von einem „exklusiven Service“ – schließlich ist sonst in der Regel für jeden Versender ein eigener Standort anzusteuern.
Trojansky ist seit 1987 bei dm und seit 2001 als Geschäftsführer für die Expansion und die Filialen in Deutschland verantwortlich sowie für die Region Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen. Der Manager betont, man suche stets „nach Innovationen, um unseren Kunden das Leben leichter zu machen“.
Der Paketservice mag auf den ersten Blick nichts mit dem Drogeriegeschäft zu tun haben – ist aber mit Blick auf eine Klientel, die Dinge zügig erledigen möchte, ein Vorteil im Wettbewerb mit Konkurrenten wie Rossmann oder Müller. Und es liegt ja nahe: Denn bei der Drogeriekette mit insgesamt mehr als elf Milliarden Euro Jahresumsatz wird ohnehin fortlaufend Ware angeliefert.
Zudem baut dm das Onlinegeschäft aus. Dabei wird zum Beispiel das sogenannte „Click and Collect“ angeboten, also die Möglichkeit, zu Hause im Internet zu bestellen und die Ware in einer Filiale abzuholen. Dafür fährt etwa DHL fast jedes Geschäft täglich an.
Um die Lieferungen der unterschiedlichen Dienstleister annehmen und bearbeiten zu können, habe dm für seine Mitarbeiter eigens eine Smartphone-App entwickelt, erklärt Trojansky. Konkrete Summen für die Investition etwa in digitale Infrastruktur oder Lagerhaltung macht der 53-Jährige nicht, aber er sagt: „Wir sind zuversichtlich, dass unsere Kunden den neuen Service nutzen, insofern hat sich dann auch die Investition gerechnet.“