1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare
  4. Kommentar: Vapiano gehört in der Krise zur Risikogruppe

KommentarBei Vapiano hat die Coronakrise ein schon wackeliges Geschäftsmodell zum Einsturz gebracht

Das Beispiel Vapiano zeigt: Die Coronakrise beschleunigt die Auslese. Wer sein Geschäftsmodell nicht im Griff hat, gerät jetzt in Schwierigkeiten.Florian Kolf 22.03.2020 - 15:16 Uhr

Das Unternehmen hat schon vor der Coronakrise einen Liquiditätsbedarf von mehr als zehn Millionen Euro gehabt.

Foto: dpa

Mediziner sprechen bei der Gefahr durch das Coronavirus Sars-CoV-2 häufig von Menschen, die zur sogenannten Risikogruppe gehören. Das sind Personen, die Vorerkrankungen haben, wie beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauf-Störungen oder eine Atemwegserkrankung, und die deshalb besonders gefährdet sind, wenn sie sich anstecken.

Auch bei den Unternehmen, die durch die Auswirkungen der Coronakrise betroffen sind, gibt es eine Risikogruppe. Das sind die Unternehmen, die vorher schon zu wenig Liquidität hatten und nun kein Durchhaltevermögen haben, wenn ihnen der Umsatz wegbricht oder die Kosten steigen. Deshalb kann es nicht verwundern, dass gerade die Restaurantkette Vapiano sich, nur einen Tag nachdem sie ihre Lokale in Deutschland schließen musste, für zahlungsunfähig erklärt.

Die Coronakrise war hier nur der letzte Anstoß, der ein ohnehin wackeliges Geschäftsmodell zum Einsturz brachte. Das Unternehmen hat zu schnell expandiert, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte aus Sicht vieler Kunden nicht mehr, außerdem entstanden immer mehr Konkurrenten, auf die Vapiano nicht die richtige Antwort hatte.

Bei all dem wurde die Kostendisziplin vernachlässigt, wodurch das Unternehmen schon vor der Coronakrise einen dringenden Liquiditätsbedarf von mehr als zehn Millionen Euro hatte. Niemand kann Vapiano verwehren, jetzt Staatshilfen in Anspruch zu nehmen.

Die stehen jedem Unternehmen zu, das von den aktuellen Verwerfungen betroffen ist – selbst wenn es vorher schon selbst verschuldet in Schwierigkeiten war. Und auch die Großaktionäre, darunter die Unternehmerfamilie Herz, werden sich engagieren, um ihr Investment vor der Insolvenz zu bewahren.

Doch selbst wenn Vapiano diese Krise überlebt, wird das Unternehmen nicht gestärkt daraus hervorgehen. Die Kunden hatten ihr Urteil schon vorher gefällt. Die Fantasie, dass unter diesen schwierigen Bedingungen ein Neustart gelingt, ist gering.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt