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CoronakriseGrüne fordern mehr Geld für Impfstoff-Forschung vom Bund

Forschungsministerin Karliczek will die Impfstoff-Initiative CEPI mit zusätzlich 140 Millionen Euro fördern. Den Grünen ist das zu wenig – nicht nur vom finanziellen Aspekt.Barbara Gillmann 27.03.2020 - 19:05 Uhr

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung stehe in einer besonderen Verantwortung auch international für Mittel zu werben.

Foto: dpa

Berlin . Es ist erst 18 Tage her, da verkündete Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, sie werde zusätzlich 140 Millionen Euro für die internationale Initiative CEPI bereitstellen, die staatliche und private Forscher bei der Suche nach einem Impfstoff gegen Corona unterstützt.

Nun fordern die Grünen: Deutschland muss hier viel mehr investieren, um eine gefährliche Verzögerung zu verhindern – und die Partner drängen, ebenfalls mehr Geld zu investieren. CEPI brauche schon bis Ende März 475 Millionen Dollar – derzeit sind aber nur 186 Millionen im Topf. 

Das Gros an Maßnahmepaketen, die im Nachtragshaushalt verabschiedet wurden, bekämpfen die Folgen des Virus für unsere Wirtschaft. Diese Maßnahmen sind enorm wichtig. Aber nur mit der Entwicklung eines Impfstoffs, können wir den eigentlichen Virus am Ende erfolgreich bekämpfen“, sagte die grüne Haushaltspolitikerin Ekin Deligöz dem Handelsblatt. 

„Es ist eine Frage internationalen Solidarität, die Kräfte in der Forschung und Pandemieprävention zu bündeln. Nur so werden wir bald einen Impfstoff gegen das Coronavirus einsatzbereit haben, der Menschen weltweit hilft“, sagte der Forschungspolitiker der Grünen, Kai Gehring. 

Mittlerweile gibt es nach Angaben der WHO weltweit mehr als 40 Impfstoffkandidaten gegen Covid-19. Die 2017 gegründete staatlich-private internationale Impfstofforganisation „Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“, (CEPI)  soll den Wettlauf koordinieren und die nötigen Mittel schnell bereitstellen. Insgesamt werden nach CEPI-Angaben zwei Milliarden US-Dollar für die Impfstoff-Forschung gegen Corona benötigt.

Besondere Verantwortung

Gezahlt haben neben Deutschland nur Norwegen (3,6 Millionen US-Dollar) und Großbritannien (25 Millionen US Dollar). Derzeit fördere CEPI acht Projekte im Programm zu SARS-CoV-2. Dazu gehört beispielsweise auch die Forschung des Tübinger Unternehmens Curevac und des Mainzer Unternehmens Biontech, die beide in der Impfstoff-Entwicklung ganz vorn dabei sind. 

Das Bundesforschungsministerium teilte auf die Frage des Handelsblatts nach einer schnellen Budgeterhöhung mit: Der Bund habe ja bereits mehr Mittel bereit gestellt, nun versuche CEPI selbst „weitere Mittel von den bisherigen Investoren und neuen Geldgebern einzuwerben, um das Entwicklungsprogramm umzusetzen.“

Das ist den Grünen zu wenig: „Die Bundesforschungsministerin hat während der Coronakrise viel zu lange passiv an der Seitenlinie gestanden“, meint Deligöz. Die 140 Millionen seien gut,  „aber bei weitem nicht ausreichend, um wenigstens das Zwischenziel von 475 Millionen US-Dollar bis Ende März zu erreichen.“

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Karliczek stehe hier in einer besonderen Verantwortung auch international für Mittel zu werben. Denn ihr Haus sei nicht nur der größte Investor von CEPI, sondern auch Mitglied des Investors Councils, der für die strategische Planung zuständig ist. „Karliczeks fehlende internationale Erfahrung zeigt sich hier ganz deutlich“, kritisierte Gehring. 

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