Börse am 7. April: Fünf Punkte, die für Anleger heute wichtig sind
Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.
Foto: dpaDüsseldorf. Nach einer Rally zum Wochenauftakt bleibt der Dax auch an diesem Dienstag offenbar im Gewinnermodus: Vorbörslichen Indikatoren zufolge dürfte der deutsche Leitindex bei 10.128 Punkten in den Handel starten, ein Plus von mehr als 50 Zählern im Vergleich zum Vortagesschluss.
Bereits am gestrigen Montag konnte der Leitindex die Marke von 10.000 Punkten überwinden und schloss bei 10.075 Punkten 5,8 Prozent im Plus. Zuvor hatte er bei 10.097 Punkten sein Tageshoch erreicht und damit den höchsten Stand seit sechs Wochen erzielt.
Neue Impulse für den Anleihenmarkt dürften die Beratungen der EU-Finanzminister über weitere Corona-Hilfen geben. Laut Mario Centeno, Chef der Euro-Gruppe, soll es um Hilfen bis zu einer halben Billion Euro gehen. Doch in welcher Form diese ausgezahlt werden, darüber gibt es weiterhin Streit. Einige Länder wie Italien und Spanien bevorzugen gemeinsame europäische Anleihen. Deutschland und die Niederlange sind bislang gegen solche Euro-Bonds.
1 – Vorgabe aus den USA
Erfolgreicher Handel an der Wall Street am gestrigen Montag: Der US-Leitindex Dow Jones legte 7,7 Prozent auf 22.679 Zähler zu – über 1600 Punkte mehr als der Schlussstand der Vorwoche. Der breiter gefasste S&P 500 gewann sieben Prozent auf 2663 Punkte, auch der technologielastige Nasdaq erreichte ebenfalls ein Plus von mehr als sieben Prozent auf 7913 Stellen.
Rückläufige Neuinfektionen und Todesfälle durch das Coronavirus in mehreren Ländern lockten Anleger an den Aktienmarkt zurück. Dass sich die Sterblichkeitsrate in Europa abschwächt, steigert in den USA die Hoffnung, dass sie sich auch dort bald ihrem Höhepunkt nähert.
2 – Handel in Asien
Die an den Finanzmärkten aufgekommene Hoffnung auf eine Entspannung der Coronakrise in den USA und in Europa lässt Anleger in Japan bei Aktien zugreifen. Für Kauflaune sorgte am Dienstag außerdem das angekündigte, knapp eine Billion Dollar schwere Konjunkturpaket der japanischen Regierung. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte gegen Mittag in Tokio 1,2 Prozent höher bei 18.791 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte ebenfalls um 1,2 Prozent zu auf 1393 Zähler.
3 – Finanzminister suchen Kompromiss bei EU-Krisenhilfen
Die Finanzminister der Euro-Gruppe und der übrigen EU-Länder beraten am Dienstag über weitere finanzielle Hilfen in der Corona-Wirtschaftskrise. Zur Debatte steht nach Angaben des Euro-Gruppen-Vorsitzenden Mario Centeno ein „Sicherheitsnetz“ für EU-Staaten im Wert von rund einer halben Billion Euro.
Erwogen werden zum einen vorsorgliche Kreditlinien aus dem Euro-Rettungsfonds ESM für den Fall, dass einzelne Länder im Kampf gegen die Pandemie Schwierigkeiten am Finanzmarkt bekommen. Darüber hinaus stehen ein Krisenfonds bei der Europäischen Investitionsbank und EU-Unterstützung für Kurzarbeiter zur Debatte.
Noch keine Einigung gibt es in der Streitfrage, ob es europäische Gemeinschaftsanleihen zur Bewältigung der Krise geben soll. Einige südliche EU-Länder fordern dies, und Frankreich hat als Kompromiss vorgeschlagen, das Instrument befristet und gezielt nur in der Coronakrise zu nutzen. Deutschland, die Niederlande, Österreich und Finnland lehnen sogenannte Corona-Bonds jedoch ab. Einigen sich die Finanzminister, wollen sie ihre Vorschläge den EU-Staats- und Regierungschefs zur Entscheidung vorlegen.
4 – Internationale Arbeitsorganisation veröffentlicht neue Zahlen zur Arbeitslosigkeit
Die Internationale Arbeitsorganisation ILO legt aktuelle Zahlen über die Auswirkungen der Coronakrise auf die globale Arbeitswelt vor. Bisher war die ILO von 25 Millionen Jobverlusten weltweit ausgegangen. Die ILO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie ist damit beauftragt, soziale Gerechtigkeit sowie Menschen- und Arbeitsrechte zu befördern.
5 – Neue Verkehrszahlen zeigen Ausmaß der Coronakrise
Der Flugverkehr leidet besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie. Das werden heute vermutlich zwei neue Zahlen aus der Branche zeigen. Zum einen veröffentlicht das Statistische Bundesamt Destatis die Zahl der Fluggäste und das Volumen der Luftfracht von deutschen Flughäfen für den Monat Februar. Und der Flughafenbetreiber Fraport präsentiert Verkehrszahlen für die vergangene Woche.
Zuletzt hatten viele Fluglinien bereits über einbrechende Flugbuchungszahlen und stark angestiegene Stornozahlen berichtet. Die Lufthansa, deren wichtigstes Drehkreuz der Frankfurter Flughafen ist, hat eine drastische Reduzierung der Kapazitäten angekündigt.
Fraport-Chef Stefan Schulte hat bereits vorher verkündet, dass er kaum Luftverkehr bis Ende Mai erwartet. Mehr als 18.000 Mitarbeiter des Frankfurter Flughafenbetreibers sind in Kurzarbeit. Das Management hat bereits einen Hilfsfonds für Härtefälle unter den Mitarbeitern eingerichtet.
Termine Unternehmen
- 07:00 Uhr Deutschland: Fraport, Verkehrszahlen 14. KW
- 08:30 Uhr Deutschland: BMW, Absatz Q1/20
- 10:00 Uhr Deutschland: DekaBank, Bilanz-Pk, Frankfurt
Termine Unternehmen ohne Zeitangabe
- Schweiz: Straumann, Hauptversammlung
- Schweiz: Tecan, Hauptversammlung
- Deutschland: Home24, Jahreszahlen (detailliert)
- Großbritannien: Asos, Halbjahreszahlen
- Dänemark: Vestas, Hauptversammlung
Termine Konjunktur
- 06:30 Uhr Niederlande: Verbraucherpreise 03/20
- 07:00 Uhr Japan: Frühindikatoren 02/20 (vorläufig)
- 07:00 Uhr Spanien: Verbraucherpreise 03/20
- 08:00 Uhr Deutschland: Industrieproduktion 02/20
- 08:00 Uhr Deutschland: Destatis: Fluggäste und Luftfracht von deutschen Flughäfen, Februar 2020
- 08:45 Uhr Frankreich: Handelsbilanz 02/20
- 10:00 Uhr Italien: Einzelhandelsumsatz 02/20
- 21:00 Uhr USA: Konsumentenkredite 02/20
- 22:30 Uhr USA: API Ölbericht, Woche
Sonstige Termine
Belgien: Dritte Runde der Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien über die künftigen Beziehungen.
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