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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500Erholung gestoppt – US-Börsen schließen leicht im Minus

Der Dow Jones beendet den Handelstag mit einem kleinen Verlust. Experten sehen noch nicht das eigentliche Tief der Wall Street erreicht.Andreas Neuhaus 07.04.2020 - 22:50 Uhr

Der Parketthandel ist wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt und auch auf der Wall Street ist wenig los.

Foto: AFP

Düsseldorf. Den zweiten Tag in Folge ist der US-Aktienmarkt mit kräftigen Gewinnen in den Tag gestartet. Im Handelsverlauf verloren die wichtigsten Indizes ihre Gewinne aber wieder und rutschten leicht ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,1 Prozent und schloss bei 22.653 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,2 Prozent auf 2659 Zähler ein, der technologielastige Nasdaq Composite gab 0,3 Prozent auf 7887 Punkte nach.

Zu den großen Gewinnern zählte auch am heutigen Dienstag wieder der Finanzdienstleiser American Express. Bereits gestern verzeichneten die Papiere ein Plus von mehr als zehn Prozent und erreichten nun mit 4,4 Prozent wieder einen Kursanstieg.

Am Montag hatte die Wall Street einen fulminanten Wochenstart hingelegt. Die wichtigsten Aktienindizes schnellten um bis zu knapp acht Prozent in die Höhe. In Punkten gerechnet fuhr der Dow Jones den drittgrößte Tagesgewinn aller Zeiten ein und erreichte wieder das Niveau von Mitte März.

Für zusätzlichen Optimismus sorgte am Dienstag offensichtlich die positive Entwicklung in Asien: In Südkorea gab es den zweiten Tag in Folge weniger als 50 neue Corona-Fälle. In China gab es am Montag zum ersten Mal keine neuen Toten. Beide Länder gehörten zu den ersten, in denen die Infektionsraten ihren Höhepunkt erreichten. Von der jetzigen Entwicklung erhoffen sich Investoren Rückschlüsse auf den Verlauf der Epidemie in den USA.

Die Strategen von JP Morgan bezweifeln allerdings, dass die US-Börsen bereits ihr endgültiges Tief erreicht haben. Sie verweisen darauf, dass der S&P 500 in der Vergangenheit durchschnittlich 18 Monate gebraucht habe, um bei einer Rezession seinen Boden zu finden.

Bevor Anleger wieder nachhaltig Aktien kaufen, sollte man zunächst abwarten, ob in China und den westlichen Ländern eine zweite Infektionswelle ausbleibe, wenn die derzeitigen Beschränkungen aufgehoben würden. Zudem brauche es weitere Konjunkturpakete der Regierungen.

Ein Kaufsignal wäre es allerdings, so die Experten von JP Morgan weiter, wenn Aktien im S&P 500 nur noch mit dem zehnfachen des aktuellen Gewinns bewertet würden. Aktuell liegt dieser Wert noch bei 15. Bis dahin empfehlen die Analysten eine defensive Ausrichtung und in kurzfristigen Markterholungen Gewinne mitzunehmen.

Goldman-Sachs-Analyst Steve Kostin hat derweil schon ausgerechnet, wie sich die Pandemie auf die Aktienrückkaufprogramme und Dividenden der US-Konzerne auswirken wird. Er erwartet, dass die im S&P 500 gelisteten Unternehmen ihre Aktienrückkäufe bis zum Ende des Jahres um bis zu 50 Prozent senken werden auf 371 Milliarden Dollar. Die Dividenden würden um 25 Prozent sinken.

Einzelwerte im Blick

Gefragt waren auch die Titel von Schieferölförderern wie Marathon, Occidental oder Apache, die sich um bis zu zwölf Prozent verteuerten. Sie profitierten Börsianern zufolge von der Hoffnung auf eine deutliche Reduzierung der Drosselung durch die in der „Opec+“ organisierten Exportländer.

Wegen des aufwendigen Fracking-Verfahrens arbeiten Schieferölförderer-Experten zufolge erst ab einem Ölpreis von etwa 50 Dollar je Barrel profitabel. Die US-Sorte WTI verteuerte sich am Dienstag zunächst, kostete dann aber mit 25,15 Dollar 3,6 Prozent weniger als am Montag.

Investoren setzten auch auf eine nahende Lockerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Sie deckten sich vor allem mit Freizeit- und Touristik-Werten ein, die in den vergangenen Wochen besonders hart gebeutelt worden waren. So stiegen die Aktien des Kreuzfahrt-Veranstalters Carnival, der Hotelkette Marriot, des Casino-Betreibers MGM und des Online-Reisebüros Booking.com um bis zu 10,7 Prozent.

Die Papiere von Boeing büßten ihre anfänglichen Gewinne ein und fielen am Dow-Ende um fast fünf Prozent, nachdem sie am Montag noch um knapp 20 Prozent nach oben geschossen waren. Der angeschlagene Luftfahrtriese stoppt aufgrund der Coronakrise nun auch die Produktion seines Langstreckenjets 787 „Dreamliner“ im Bundesstaat South Carolina. Am Sonntagabend erst hatte der Flugzeugbauer bekanntgegeben, die Produktionspause in seinen Fabriken im Bundesstaat Washington auf unbestimmte Zeit zu verlängern.

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Mit Agenturmaterial.

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