Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: Ölpreis-Chaos führt zu weiteren Verlusten an den US-Börsen
Düsseldorf. Der beispiellose Ölpreis-Absturz hat auch am Dienstag die Anleger aus den Aktienmärkten vertrieben. Die Verwerfungen am Rohölmarkt setzten sich einen Tag nach dem historischen Preisrutsch fort.
Anleger an den New Yorker Börsen ergriffen deshalb die Flucht. „Niedrige Ölpreise bedeuten mehr Pleiten, geringeres Wachstum und mehr politische Instabilität, weil weniger Petro-Dollar zirkulieren“, warnte Gergory Perdon, Manager beim Bankhaus Arbuthnot Latham.
Am Montagabend hatte sich ein historischer Kursabsturz des Ölpreises in den USA ereignet. Aufgrund der Coronavirus-Krise ging es für den US-Ölpreis zum ersten Mal überhaupt in den Verlustbereich. Die Verkäufer mussten Geld zahlen, damit jemand ihnen das Öl abnimmt. Der Preis für den Terminkontrakt auf die US-Sorte WTI für Mai brach am Montag um knapp 56 Dollar auf minus 37,63 Dollar je Barrel (159 Liter) ein.
„Die jüngste Einigung auf eine Drosselung der Fördermengen wird an dem weltweiten Überangebot kurzfristig nichts ändern“, schrieben die Analysten des Research-Hauses JBC Energy.
Die Staatengruppe Opec+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, hatte eine Reduzierung um knapp zehn Millionen Barrel pro Tag vereinbart.
Einzelwerte im Fokus
Am Aktienmarkt litten vor allem die Ölwerte unter dem Preisverfall. So rutschten die Aktien von Chevron um 2,3 Prozent ab.
Auf die Stimmung der Anleger schlugen außerdem enttäuschende Firmenbilanzen. So zog IBM nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im ersten Quartal seine Gesamtjahresziele zurück. Die Aktien des IT-Konzerns verloren daraufhin mehr als drei Prozent. Der deutliche Auftragsschwung in den letzten beiden März-Wochen habe sich im April sicher fortgesetzt, schrieb Analyst Chaim Siegel vom Anlageberater Elazar. Außerdem gäben die Zahlen einen Vorgeschmack auf die anstehenden Bilanzen anderer Technologiekonzerne.
Die Aktien des Versicherers The Travelers konnten sich nach vorgelegten Zahlen im Plus halten, doch letztlich gingen sie unverändert aus dem Tag. Bei dem Schadenversicherer hatten zwar Stürme und auch die Coronakrise am Gewinn im ersten Quartal gezehrt, doch die Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich nur auf 95,5 Prozent. Damit blieb sie unterhalb der kritischen 100-Prozent-Marke.
Unter die wenigen Gewinner an diesem Tag mischten sich zugleich an der Nasdaq-Börse die Aktien des Fleischersatzprodukte-Herstellers Beyond Meat. Das Unternehmen gab bekannt, über eine Partnerschaft mit Starbucks den chinesischen Markt erschließen zu wollen. Die Papiere legten um 7,4 Prozent zu. Starbucks reagierten indes nicht positiv, sondern büßten im allgemein sehr schwachen Umfeld 3,5 Prozent ein.
Am US-Rentenmarkt stiegen richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 10/32 Punkte auf 108 26/32 Punkte und rentierten mit 0,574 Prozent. Der Euro wurde zum Börsenschluss an der Wall Street mit 1,0863 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Euro-Referenzkurs in Frankfurt auf 1,0837
Mit Agenturmaterial.