Rohstoffe: Chinas Ölreserven werden zum Machtfaktor an den Märkten
Bemerkenswertes Markttiming der Ölhändler.
Foto: dpaFrankfurt. China ist für die Ölmärkte der Hoffnungsträger. Die Wirtschaft des weltgrößten Ölimporteurs läuft wieder an – und braucht dafür große Mengen Rohöl. In den USA dagegen, dem größten Ölkonsumenten der Welt, nähren die steigenden Virus-Fallzahlen die Angst vor neuen lokalen Shutdowns und einem Rückgang der Ölnachfrage.
Doch auch die Hoffnungen auf China könnten sich als trügerisch erweisen. Denn die Ölhändler des Landes haben in den vergangenen Monaten ein bemerkenswertes Markttiming bewiesen. Der Investmentbank RBC Capital Markets zufolge hat China im Juni ein Rekordvolumen von 12,9 Millionen Barrel (je rund 159 Liter) Rohöl importiert.
In den vergangenen drei Monaten stiegen die Importe im Schnitt um 1,5 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum gleichen Monat im Vorjahr. Doch offenbar war nicht nur die Erholung der chinesischen Wirtschaft der Grund für den Kaufrausch, sagt Michel Tran, Rohstoffstratege von RVC: „Es wird deutlich, dass China in diesem Frühjahr ein großer Käufer von Rohöl zu Tiefstpreisen war.“ Das Öl sei jedoch vor allem ins Lager geflossen – und eben nicht verbraucht worden. Peking sei bekannt dafür, Öl strategisch einzukaufen und auf steigende Preise zu spekulieren.