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KommentarOptionen erfüllen am Markt nur noch selten ihre eigentliche Funktionen

Softbank soll die Aktien der US-Tech-Unternehmen mit Optionen nach oben getrieben haben. Das wirft Fragen auf zum Umgang mit dem Instrument.Katharina Kort 05.09.2020 - 09:47 Uhr Artikel anhören

Der japanische Investor könnte hinter der Tech-Rally in den USA stecken.

Foto: Reuters

New York. Dass an der Nasdaq irgendetwas nicht mit rechten Dingen zuging, das Gefühl hatte viele in den vergangenen Monaten befallen. Seit dem Corona-Tief im März hatten sich die Kurse an der Technologie-lastigen Börse am Times Square fast verdoppelt.

Natürlich lief das Geschäft von Facebook, Amazon, Apple und Netflix in Zeiten von Lockdown und Homeoffice tatsächlich blendend. Aber das rechtfertigte nicht die fast täglichen Steigerungen des Börsenwerts.

Beobachter haben angesichts der schwindelerregenden Kurssteigerungen gerne mit dem Finger auf die vielen Kleinanleger gezeigt. Sie sind schließlich in den USA derzeit extrem aktiv auf günstigen Trading-Plattformen wie Robin Hood oder E-Trade und kaufen besonders gerne Marken, die sie aus dem Alltag kennen.

Aber jetzt scheint ein anderer Treiber das Nasdaq-Wunder zu erklären: Der japanische Investor Softbank. Unter Berufung auf informierte Marktteilnehmer berichten sowohl das „Wall Street Journal“ als auch die „Financial Times“, dass Softbank massive Käufe von Optionen getätigt und damit den Markt nach oben getrieben haben soll. Dabei ging es um Call-Optionen – also Optionen auf den Kauf von Aktien zu einem vorher festgelegten Preis – dem Milliarden-Werte gegenüber standen.

Verkehrte Welt

Um sich abzusichern, müssen die Banken, die solche Calls verkaufen, sich mit den entsprechenden Aktien eindecken, um sie vorrätig zu haben, wenn der Kunde seine Optionen einlöst. Das heißt, dass Banken Technologie-Aktien in Milliardenhöhe gekauft und damit die Kurse selbst in die Höhe getrieben haben.

Grundsätzlich sind Optionen ein sinnvolles Instrument, um sich gegen Verluste abzusichern. Aber diese Funktion haben sie in den meisten Fällen längst verloren. Jetzt sind es vielmehr die Banken, die sich gegen die Optionen, die sie selbst verkaufen, absichern müssen. Verkehrte Welt also.

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Hinzu kommt, dass Softbank zwar seine vier Milliarden Dollar bei der SEC offenlegen musste, die es direkt in Tech-Aktien investiert hat, aber nicht seine Investitionen in Optionen. Das ist angesichts der Größe der Investitionen nicht vertretbar.

An den Börsen sieht man nur, dass die Aktienkurse steigen. Ob dahinter überzeugte Investoren stecken oder Banken, die ihre Optionsgeschäfte von vielen einzelnen Anlegern oder einem einzigen Investor absichern, ist nicht erkennbar. Damit sind Optionen für den Markt gefährliche Instrumente, die ihre eigentliche Daseinsberechtigung nur noch selten erfüllen.

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