Fraser Perring: Dieser Mann bringt den MDax-Konzern Grenke in Erklärungsnöte
Der Londoner Investor hat mit seinen Wetten gegen Wirecard viel Geld verdient.
Foto: ReutersDüsseldorf. Erst eine Todesdrohung habe er im Fall Grenke erhalten, sagt Fraser Perring. Das seien 392 weniger als im Fall Wirecard. Aber die Angelegenheit habe ja gerade erst angefangen. „Ich nehme an, da kommt noch Einiges“, sagt Perring. „In den letzten 48 Stunden haben sich hunderte von Leuten bei mir gemeldet, die sich alle von Grenke betrogen fühlen.“
Um 50 Prozent ist der Kurs des Leasinganbieters gefallen, seit Perring seine Vorwürfe veröffentlicht hat. Seine Analysefirma, genannt „Viceroy“ (Vizekönig) hat einen langen Bericht vorgelegt, eine eigene Webseite für Grenke angelegt. Grenke soll seine die Bilanzen jahrelang aufgebläht haben. Die ausgewiesenen Gewinne und Kassenbestände seien zu hoch, das Anlageverhalten des Unternehmens mache keinen Sinn. Die Leasing-Geschäfte seien nicht so werthaltig wie dargestellt, die konzerneigene Grenke-Bank ermögliche Anlagebetrügern Geldwäsche. Perring sieht einen „eklatanten Buchhaltungsbetrug“.
Es ist nicht das erste Mal, dass Perring den Aktienkurs eines Unternehmens bewegt. Berühmt wurde er gerade durch den Fall Wirecard – Perring war maßgeblich an der Aufdeckung des Milliardenskandals beteiligt. Zuvor attackierte er den Möbelkonzern Steinhoff – auch dort behielt er weitgehend Recht. Die Staatsanwaltschaft begann Ermittlungen, Anleger verloren beim Kurssturz ein Vermögen.