Insolvenz: Pleite des Apothekenabrechners AvP: Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein
Im Sommer kündigten die Banken Kredite in Höhe von knapp 250 Millionen Euro. Nun ist die Forma insolvent, Staatsanwälte ermitteln wegen Bankrotts.
Foto: dpaDüsseldorf. Die Ansprache an den Kundenkreis aus rund 3500 Apotheken klingt beruhigend. Das Coronavirus habe zwar „zu einer unglaublichen Situation geführt, und eine nie da gewesene Unsicherheit greift um sich“, lässt Deutschlands größter privater Apothekenabrechner AvP auf seiner Internetseite wissen.
Aber die Apotheken könnten sicher sein: „Auf uns können Sie sich verlassen. An den AvP-Standorten läuft alles wie gewohnt.“ So ist es bis heute auf der Website des Düsseldorfer Unternehmens zu lesen.
Nun läuft bei AvP plötzlich aber nichts mehr wie gewohnt. Das Unternehmen hat vor rund einer Woche Insolvenz angemeldet. Und rund 3500 der gut 19.000 Apotheken in Deutschland haben damit ebenfalls ein Problem. Denn bis auf Weiteres ist die Auszahlung aller noch bei AvP vorhandenen Gelder an die Apotheken gestoppt. Insgesamt soll AvP seinen Kunden bundesweit einen dreistelligen Millionenbetrag schulden.
Wo das Geld abgeblieben ist? Unbekannt.
Möglicherweise lief auch nicht alles mit rechten Dingen ab. Nach Informationen des Handelsblatts hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf nun Ermittlungen eingeleitet. Das Verfahren, das auf eine Strafanzeige der Bundesfinanzaufsicht Bafin zurückgeht, richtet sich gegen zwei Beschuldigte aus der Unternehmensführung.