Büroalltag: Weshalb die Kamera in Video-Meetings unbedingt angeschaltet gehört
Virtuell Nähe schaffen, wo echte Nähe gerade schwierig ist.
Foto: E+/Getty ImagesDüsseldorf. Mal ehrlich, wie häufig schalten Sie in Videomeetings die Kamera an? Nach Gefühl? Nach Gesprächspartner? Nie? Nun: Es scheint an der Zeit, noch einmal über Sinn und Unsinn von Videokonferenzen zu sprechen.
Denn bestimmt ist es Ihnen auch aufgefallen: Haben sich zu Beginn der Pandemie noch mehr Leute mit Bild und Ton in Diskussionen eingebracht, scheint mittlerweile eine Zoom-Fatigue um sich zu greifen – die gibt es übrigens wirklich. Motto: „Lieber nicht auffallen, dann ist es schnell vorbei und ich kann mich meiner eigentlichen Arbeit widmen.“
Die Folge: Die Funktion, die Videokonferenzen eigentlich haben, wird ad absurdum geführt – denn sie sollen virtuell Nähe schaffen, wo echte Nähe gerade schwierig ist. Und so verschwindet peu à peu auch ein Stückchen Mitmenschlichkeit, wenn es im Corona-Arbeitsalltag immer mehr Usus wird, bei Videocalls die Kamera auszuschalten.
Mehr noch: Was schon bei internen Besprechungen zur Normalität wird, überträgt sich auch schnell auf den Kontakt nach außen mit wichtigen Gesprächspartnern und Kunden. Wer so seine Businesspartner mit einem zu geringen Grad an Interaktion irritiert, bekommt dann womöglich den entscheidenden Folgeauftrag nicht zugesprochen oder geht an anderer Stelle leer aus.