Konjunktur: Chinesische Wirtschaft setzt Erholungskurs im Oktober fort
Das chinesische Bruttoinlandsprodukt dürfte dieses Jahr trotz Coronakrise um 2,1 Prozent zulegen.
Foto: dpaPeking. Die chinesische Wirtschaft hat ihre Erholung von der Coronakrise im Oktober fortgesetzt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel zwar um 0,1 auf 51,4 Punkte, wie aus der am Samstag veröffentlichten Unternehmensumfrage des Statistikamtes hervorgeht. Das Barometer hielt sich aber über der Marke von 50, ab der es Wachstum signalisiert. Ökonomen hatten mit einem etwas stärkeren Rückgang gerechnet. Die aufgestaute Nachfrage, der durch staatliche Anreize angekurbelte Ausbau der Infrastruktur und robuste Exporte treiben den Aufschwung an.
Die chinesischen Dienstleister setzten ihren Aufwärtstrend im Oktober mit erhöhtem Tempo fort. Hier stieg der Einkaufsmanagerindex um 0,3 auf 56,2 Punkte. Der Dienstleistungssektor, zu dem viele kleinere, private Unternehmen gehören, hatte sich langsamer von der Pandemie erholt als die Industrie.
China wird Ökonomen zufolge im Corona-Jahr 2020 als eine der wenigen Volkswirtschaften überhaupt wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte wegen der robusten Binnenkonjunktur um 2,1 Prozent zulegen, sagen von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Volkswirte voraus. Es wäre das langsamste Wachstum seit 1976, dem letzte Jahr von Mao Zedongs Kulturrevolution.
2021 dürfte die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 8,4 Prozent zulegen, da die erwartete Erholung der Weltkonjunktur von der Corona-Rezession die Nachfrage nach chinesischen Exportgütern steigern sollte.