Familienunternehmen: Die Spreewaldgurke wird französisch: Andros schluckt Spreewaldkonserve
Die Spezialität aus Brandenburg ist in der EU geografisch geschützt.
Foto: SpreewaldhofDüsseldorf. Spreewaldgurken gehören wie Rotkäppchen-Sekt, Halloren-Kugeln oder Bautz’ner Senf zu den Kultprodukten aus Ostdeutschland, die die Wende überlebt haben. Nun wird die Marke „Spreewaldhof“, Marktführer in Ostdeutschland, französisch.
Der Frucht- und Milchverarbeiter Andros, bekannt für seine Edel-Konfitüren „Bonne Maman“, schluckt das brandenburgische inhabergeführte Unternehmen Spreewaldkonserve Golßen samt seiner ungarischen Tochtergesellschaft Schenk és Társa Kft. Das haben die beiden Unternehmen am Freitagabend bekannt gegeben. Die Standorte sollen erhalten bleiben. Über den Preis wurde nichts bekannt. Die Kartellbehörden müssen dem Verkauf an Andros, ebenfalls ein Familienunternehmen, noch zustimmen.
Spreewaldkonserve Golßen gehört seit der Wende den Geschwistern Karin Seidel, 67, und Konrad Linkenheil, 66, vom Niederrhein. „Wir sind seit 41 Jahren begeisterte Unternehmer und seit 30 Jahren Inhaber von Spreewaldkonserve. Die nachfolgende Generation hat mehrheitlich einen anderen Weg eingeschlagen“, erklärten beide. „Auch aus diesem Grund war der Verkauf an ein starkes Unternehmen alternativlos, um die Zukunft des Betriebes zu sichern“, sagten sie dem Handelsblatt.
Es bedurfte eines noch leistungsstärkeren Unternehmens, das durch seine Größe, Möglichkeiten und Finanzkraft die Wettbewerbsfähigkeit der Spreewaldkonserve im Markt weiter verbessert, begründeten die Inhaber den Verkauf. Die Brandenburger machten im Geschäftsjahr 2019/20 rund 115 Millionen Euro Umsatz, Käufer Andros etwa zwei Milliarden Euro.