Corona-Pandemie: Hohe Margen, kaum Kontrollen – das Geschäft der privaten Corona-Testzentren
Die Leipziger Bar „Chocolate“ bietet nun Schnelltests an.
Foto: dpaDüsseldorf. Noch vor einem Jahr hat Thomas Fasshauer Partys veranstaltet, einen Weihnachtsmarkt organisiert und ein Straßenfest während des Christopher Street Days geplant. Über den Corona-Sommer rettete sich der 46-Jährige noch mit einer Veranstaltungsreihe, doch im November folgte der zweite Lockdown – und für Fasshauer die Beschäftigungslosigkeit.
Mit zwei Geschäftspartnern überlegte sich der Unternehmer eine Alternative: Sie eröffneten ein Corona-Testzentrum. Gestartet in Köln, koordiniert der Unternehmer bundesweit mittlerweile 21 „Medicare Testzentren“. Das Geschäft lohnt sich offenbar.
Umgebaute Arenen, Diskotheken, Sauna- und Fitnessstudios – privat geführte Testzentren wie das von Fasshauer finden sich überall in Deutschland. Schätzungen zufolge ließen sich im Dezember mehrere Millionen Menschen schnelltesten. Medizinisches Personal brauchen die Betreiber nicht. Seit November dürfen auch Studenten, Flugbegleiter oder Arbeitslose nach einer kurzen Schulung mit langen Tupfern Proben aus dem Nasen-Rachen-Raum der Testwilligen entnehmen.
Das Bundesgesundheitsministerium sorgte mit der Entscheidung, die Testungen auch durch eingewiesene Laien zu erlauben, dafür, dass sich größere Teile der Bevölkerung testen lassen konnten. Die kostenpflichtigen Angebote der dezentralen Anlaufstellen entlasten Praxen und Kliniken. Zum Arzt sollen nach wie vor nur Menschen mit Symptomen gehen.