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BildungNRW-Schulministerium stellt klar: Sowi-Lehrer behalten Lehrbefugnis

Der Streit über das Fach Wirtschaft hält an. Lehrer der Sozialwissenschaften fürchteten, ihre Fakultas zu verlieren. Das Schulministerium versucht nun, diese Sorgen zu zerstreuen.Philipp Frohn 26.01.2021 - 19:16 Uhr Artikel anhören

Das Fach Wirtschaft bleibt in NRW Streitthema.

Foto: Handelsblatt

Düsseldorf. Diese Nachricht aus dem nordrhein-westfälischen Schulministerium dürfte Lehrer und Studierende sehr beruhigen: Pädagogen mit Studium der Sozialwissenschaften dürfen auch künftig „Wirtschaft-Politik“ unterrichten. Das Fach hatte die CDU-FDP-Landesregierung schrittweise an allen weiterführenden Schulen eingeführt.

In den vergangenen Wochen hatte der Plan der Landesregierung für Unruhe gesorgt, auch an den Universitäten demnächst Wirtschaft-Politik als Studienfach anzubieten.

Noch im Sommer hatte es aus dem Schulministerium geheißen, dass dieses Fach in Zukunft Voraussetzung sein werde, das Fach in der Schule zu unterrichten. Bislang unterrichten vor allem Lehrer das Fach, die Sozialwissenschaften studiert haben – ein Kombifach aus Politik, Soziologie und Ökonomie.

In den sozialen Medien waren Pädagogen Sturm gelaufen. Sie hatten befürchtet, ihre Lehrbefugnis für Wirtschaft-Politik zu verlieren. Nun teilte das NRW-Schulministerium mit: „Bereits ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer mit dem Studienfach Sozialwissenschaften und einer entsprechenden Lehrbefähigung haben alle nötigen Voraussetzungen, das neue schulische Fach ,Wirtschaft-Politik‘ fachgerecht zu unterrichten. Eine weitere Qualifizierung ist nicht notwendig.“

Auch wer aktuell Sozialwissenschaften studiert, soll im Anschluss Wirtschaft-Politik unterrichten dürfen. Des Weiteren soll in Fortbildungskursen weiteres Lehrpersonal für das Fach geschult werden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßt die Mitteilung des NRW-Schulministeriums. Gleichzeitig wirft sie dem Ministerium vor, die Verunsicherung selbst verursacht zu haben. „Das MSB (Ministerium für Schule und Bildung) hat mit seiner undeutlichen Kommunikation zur Lehramtszugangsverordnung für die Fächer #Sozialwissenschaften und #WirtschaftPolitik Verwirrung gestiftet und Sorgen geschürt“, monieren die Gewerkschafter.

Auch wenn die Sowi-Lehrer nicht um ihre Fakultas bangen müssen: Die Kritik am Schulfach Wirtschaft hält an. „Das Fach Sozialwissenschaften darf nicht abgeschafft werden“, heißt eine Petition, die bereits fast 30.000 Menschen unterzeichnet haben. Auch unter dem Hashtag #Sowibleibt argumentieren die Befürworter des Fachs, weshalb es keinem Schulfach Wirtschaft-Politik weichen solle.

„Die Disziplinen Wirtschaft, Politik und Soziologie zu trennen mindert die Chance auf Verständnis ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Strukturen, da sie eng miteinander verknüpft sind“, erklären die Initiatoren.

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Das Fach Wirtschaft war schon vor der Einführung an den Schulen ein großes Streitthema. Während Unternehmen, CDU und FDP schon seit Jahren eine stärkere ökonomische Bildung forcieren, fordern die NRW-Opposition aus SPD und Grünen sowie die Gewerkschaften mehr politische Bildung.

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