Strategie von Frank Appel: Blockchain, virtuelles Porto, Live-Tracking: Post treibt milliardenschwere Digital-Offensive voran
Der Post-Chef hat eine Digitalisierungsoffensive gestartet.
Foto: AFPDüsseldorf. Noch testet die Deutsche Post ihr neues Leuchtturmprojekt fernab der Öffentlichkeit in Dubai. Ab März will es Konzernchef Frank Appel weltweit ausrollen – wenn die Ergebnisse stimmen: Mit drei Internethändlern und dem Zoll der Emirate lässt er in diesen Tagen den Einsatz der Blockchain erproben, um mit ihrer Hilfe Versandartikel eindeutig zu identifizieren. „Die Blockchain verhindert“, heißt es im Posttower, „dass Zoll und Einfuhrumsatzsteuer bei Retouren ein zweites Mal erhoben werden.“
Mit rund 100 Millionen Euro ist das Projekt budgetiert, erfuhr das Handelsblatt. Insgesamt ist das aber nur ein kleiner Teil der vom Post-Chef ausgerufenen Digitalisierungsoffensive. Bis 2025 stehen dafür zwei Milliarden Euro zur Verfügung – Geld, das laut Appel in der aktuellen Pandemie noch einmal beschleunigt abgerufen wird. „Wir haben massiv in die Digitalisierung sowie in den Ausbau und die Modernisierung unserer Infrastruktur investiert“, sagte der 59-Jährige dem Handelsblatt.
Anleger des Bonner Dax-Konzerns dürften die Nachricht mit Freude vernehmen. Denn bereits jetzt warnen Aktionärsvertreter wie Marc Tüngler von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz davor, dass sich die Post auf den Erfolgen der vergangenen Monate ausruhen könnte. Diese basieren vor allem auf dem schnell wachsenden E-Commerce-Geschäft und dem damit einhergehenden steigenden Paketaufkommen.