Standard „Open Ran“: Die Mobilfunk-Falle: Europas Firmen drohen die großen Verlierer zu werden
Mit 5G werden die Mobilnetze zu einer der wichtigsten kritischen Infrastrukturen.
Foto: dpa, Getty [M]Brüssel, Düsseldorf. Die Bundesregierung will mit dem offenen Mobilfunkstandard „Open Ran“ Europas technologische Souveränität stärken. Zwei Milliarden Euro lässt sie sich das Vorhaben kosten, Kanzlerin Angela Merkel setzte sich erst kürzlich dafür persönlich in einem gemeinsamen offenen Brief mit den Regierungschefinnen aus Estland, Dänemark und Finnland ein.
Doch Open Ran ist umstritten. Im Ergebnis könnte die Technologie sogar neue Abhängigkeiten für Europa schaffen. „Open Ran ist der erste Schritt hin zu einer Cloud-basierten Netzinfrastruktur“, erläutert Tyson Barker, Technologieexperte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Dies werde den Markt zugunsten von Datenkonzernen aus den USA und China verändern.
Bisher zählt das Geschäft mit Antennen und Basisstationen zu den wenigen strategisch wichtigen Hightech-Branchen, in denen die Europäer zur Weltspitze gehören. Marktführer Huawei kommt zwar aus China, doch danach folgen mit Ericsson und Nokia europäische Firmen.
Merkels Open-Ran-Offensive könnte jedoch ausgerechnet diesen Firmen schaden. „Sie werden die großen Verlierer durch Open Ran werden“, prophezeit ein Spitzenmanager. Die US-Konzerne Facebook und Microsoft bringen sich bereits in Position. Bei Ericsson und Nokia wächst die Sorge.