Finanzskandal: Finanzaufsicht Bafin geht gegen Abschlussprüfer der Greensill Bank vor
Das Unternehmen ist die Nummer sechs unter den Wirtschaftsprüfern in Deutschland.
Foto: imagoFrankfurt, Köln. Nach der Schließung der Greensill Bank droht nun dem Abschlussprüfer des Bremer Instituts Ungemach. Die Finanzaufsicht Bafin hat die Gesellschaft Ebner Stolz, die seit 2013 die Jahresabschlüsse der Greensill Bank testiert hat, Finanzkreisen zufolge bei der Wirtschaftsprüferaufsicht Apas angezeigt.
Die Bafin hat den Verdacht, dass es bei den Prüfungen Mängel gab, weil Ebner Stolz dabei keine Unregelmäßigkeiten aufgefallen waren. Eine Sonderprüfung der Bafin ergab dagegen, dass viele Forderungen, die das Institut von seinem britischen Mutterkonzern aufgekauft hatte, möglicherweise gar nicht existierten.
Die Bafin wollte sich zum Vorgehen gegen Ebner Stolz, über das zuerst die „Wirtschaftswoche“ berichtet hatte, nicht äußern. Die Apas bestätigte auf Nachfrage, dass die Bafin ihr „eine Mitteilung mit Bezug zur Greensill Bank AG übermittelt“ habe, wollte aber mit Verweis auf Verschwiegenheitspflichten keine weiteren Auskünfte erteilen.
Ebner Stolz ist mit 1.700 Mitarbeitern an 14 Standorten und einem Umsatz von gut 250 Millionen Euro die Nummer sieben unter den Wirtschaftsprüfern in Deutschland. Aufgrund gesetzlicher Verschwiegenheitspflichten wolle man sich nicht zu laufenden Prüfungsmandaten äußern, teilte die Firma mit.