Hannover Messe: Wie die Cloud-Konzerne in das Geschäft mit Industriesoftware vordringen
Wegen der Pandemie findet die Hannover Messe in diesem Jahr nur digital statt.
Foto: dpaDüsseldorf. Am Vorabend der Hannover Messe lüftete Amazon das neue Produkt. „Lookout for Equipment“ heißt der Dienst, der nun für alle Cloud-Kunden von Amazon Web Services (AWS) verfügbar ist. Die Unternehmen sollen mit diesem Service ihre Maschinen ohne großen Aufwand vorausschauend warten können. Das System wertet Daten automatisch aus. Entdecken die Algorithmen Anomalien bei Temperaturen oder Drücken, schlägt es Alarm. Ein verhinderter Stillstand spart dem Kunden schließlich viel Geld.
„Predictive Maintenance“ oder „vorausschauende Wartung“ heißt die Disziplin, von der sich Produktionsbetriebe milliardenschwere Effizienzgewinne erhoffen. Sie ist Teil der „Industrie 4.0“ – ein Schlagwort, unter dem deutsche Branchengrößen wie Bosch und Siemens das Vernetzen von Fabriken und das Auswerten von Daten zu ihrem Kerngeschäft gemacht haben.
Doch nun erfahren die Deutschen auf ihrer Hausmesse, dass die Konkurrenz massiv aufgeholt hat. „Vor zwei Jahren hat sich die Industrie bloß Sorgen gemacht, dass die Tech-Konzerne in den Markt für Industriesoftware vorstoßen – heute ist das ein Fakt, mit dem man sich auseinandersetzen muss“, sagt Daniel Küpper, Partner bei der Strategieberatung BCG.