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KommentarDelivery Hero muss in seine Stabilität investieren

Bislang schlägt sich der junge Dax-Konzern allen Unkenrufen zum Trotz gut. Doch das muss er nutzen, um sich besser auf interne Krisen vorzubereiten.Christoph Kapalschinski 28.04.2021 - 16:57 Uhr Artikel anhören

Es gibt Anzeichen dafür, dass das schnelle Wachstum die Risiken des globalen Spielers deutlich erhöht.

Foto: Reuters

Nach heutigen Regeln dürfte Delivery Hero gar nicht im Deutschen Leitindex sein. Noch nie in seiner Geschichte hat das Unternehmen einen operativen Gewinn vorgelegt. Angepasst hat die Deutsche Börse ihre Vorgaben für Dax-Mitglieder allerdings erst kurz nach dem Aufstieg in den Index von Delivery Hero im vergangenen Jahr.

Doch allen Unkenrufen zum Trotz entwickelt sich Delivery Hero im Dax gut. Der Berliner Lieferkonzern hält seine Prognosen ein und steckte am Mittwoch mit dem Jahresbericht seine Ziele sogar noch höher als erwartet. Wie einst Amazon-Gründer Jeff Bezos lässt sich auch Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg rasantes Wachstum von den Anlegern bezahlen.

Sie lockt die Aussicht auf die satten Gewinne eines Quasimonopolisten in einer Zukunft, die noch Jahre entfernt ist. Die Deutsche Börse könnte eine echte weltweite Erfolgsgeschichte im eCommerce finanzieren – globaler noch als Zalando. Das wäre ein Vorbild für weitere Börsengänge von Start-ups, die bislang häufig noch auf die US-Börsen blicken.

Es steht viel auf dem Spiel. Solch ein Vorhaben gelingt nicht ohne Rückschläge. Darauf muss sich Delivery Hero vorbereiten, so lange es gut läuft.

Es gibt nämlich Anzeichen dafür, dass das schnelle Wachstum die Risiken des globalen Spielers deutlich erhöht. Delivery Hero hat beispielsweise durch die vielen Übernahmen hohe Firmenwerte in der Bilanz. Sollte sich erweisen, dass das Geschäftsmodell Essenslieferung weltweit nicht die erwarteten Gewinne abwirft, drohen reihenweise Wertberichtigungen.

Ebenso problematisch ist, dass in den 50 Ländern, in denen Delivery Hero durch die vielen Übernahmen aktiv ist, im Detail unterschiedliche Geschäftsmodelle und sogar IT-Systeme existieren. Die Wirtschaftsprüfer weisen bereits darauf hin, dass das den Konzern potenziell anfällig machen kann. Landesgesellschaften könnten ihren Umsatz künstlich aufblähen, um die Wachstumsziele zu erreichen. Einen konkreten Verdacht oder gar Beleg dafür gibt es jedoch nicht.

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Positiv ist, dass Östberg die Strukturen stärkt. Dem Gründerteam des übernommenen koreanischen Konkurrenten Woowa überträgt er beispielsweise die Leitung des Asiens-Geschäfts. Die Manager bauen dafür in Singapur eine Asien-Zentrale auf.

Dabei hilft, dass Östberg ganz offen die Vorstellung begräbt, Delivery Hero müsse schon 2022 oder 2023 Gewinne schreiben. Das gibt nicht nur Raum für Wachstum, sondern auch für Investitionen in die innere Stabilität.

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