Carsten Knobel im Interview: Henkel-Chef: „Wir haben nicht immer ausreichend in Innovationen investiert“
Der Henkel-Chef will die Unternehmenskultur ändern, um mehr Innovationen entwickeln zu können.
Foto: Thomas Berger für HandelsblattDüsseldorf. Carsten Knobel, seit Anfang 2020 CEO des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, will das Innovationstempo in seinem Unternehmen spürbar erhöhen. „Wir haben nicht immer ausreichend in Innovationen investiert“, sagte Knobel dem Handelsblatt mit Blick auf die Vergangenheit. „Aktuell beschleunigen wir erfolgversprechende Innovationen mit deutlich höheren Investitionen.“
Das seien im vergangenen Jahr 200 Millionen Euro mehr als 2019 gewesen. Das Geld fließe in die Felder Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
Diese drei Themen müssten enger als zuvor miteinander verzahnt werden, sagte der 52 Jahre alte Manager. „Wir wollen unsere Produkte immer kompakter und leichter machen, damit sie weniger Emissionen verursachen.“ Klimakompensation, bei der Unternehmen Klimaprojekte unterstützen und dabei ihre Nachhaltigkeitsbilanz aufbessern, lehnt Knobel ab. „Wir wollen vielmehr direkte und indirekte Einsparungen erreichen. Durch weniger Energieeinsatz, durch den Einsatz von Grünstrom und klimaneutralen Brennstoffen. Und dadurch, dass wir Dritte mit CO2-neutraler Energie versorgen.“
Nach Ansicht von Knobel ist Innovationskraft auch eng verbunden mit der eigenen Unternehmenskultur. Deshalb schaffe der Konzern „schnellere Entscheidungen, die weniger zentral, sondern in den Regionen oder in kleineren Teams getroffen werden“. Zur Innovationskultur gehört nach Meinung von Knobel auch der Mut zum Scheitern: „Wir müssen auch mal Versuche starten und eingestehen, wenn es zu früh war oder nicht passt.“