Bilanzcheck: Adidas gerät nur kurz aus dem Tritt – die Stärken und Schwächen der Bilanz
Um die ehrgeizigen Mittelfristziele zu erreichen, wartet noch viel Arbeit auf Konzernchef Rorsted.
Foto: HandelsblattMünchen. Für Adidas sollte 2020 ein Rekordjahr werden, mit der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen als fröhlichen Höhepunkten. Doch die Stadien blieben leer, die Läden lange Zeit geschlossen. „Ein Jahr wie 2020 hatten wir noch nie“, stellte CEO Kasper Rorsted ernüchtert fest.
Das galt durchaus auch für ihn persönlich. Der erfolgsverwöhnte Adidas-Chef geriet in die Kritik, als er Mietzahlungen in Deutschland kurzzeitig stoppen wollte, um Liquidität zu sichern. Doch kamen der Vorstandschef und sein Dax-Konzern nur kurz außer Tritt, wie ein Blick in die Bilanz des Corona-Jahres zeigt.
Um die ehrgeizigen Mittelfristziele zu erreichen, wartet allerdings noch viel Arbeit auf Rorsted – zumal sich die sportive Konkurrenz 2020 teils besser schlug als der Vizeweltmeister aus Herzogenaurach.
1. Strategie: Die Krise als Triebfeder für den Onlinehandel
Auch wenn der nüchterne Blick auf die Zahlen anderes vermuten lässt, könnte das Jahr 2020 Adidas am Ende vorangebracht haben. Das hat zwei Gründe: Zum einen beschleunigte die Krise womöglich die Überlegungen in Herzogenaurach, sich nun doch endlich von der schwächelnden US-Tochter Reebok zu trennen. Anfang dieses Jahres verkündete Rorsted die Entscheidung, über die immer wieder einmal spekuliert worden war.