Lastwagen: Batterie oder Wasserstoff: Die Zukunftstechnologie-Frage spaltet die Lkw-Branche
Gemeinsam mit Volvo Truck entwickelt der Lkw-Hersteller eigene Brennstoffzellensysteme und will diese ab 2025 in Großserie produzieren.
Foto: Daimler AGMünchen, Frankfurt. In den Topetagen der Lkw-Hersteller hat ein Umdenken eingesetzt. Galten alternative Antriebe für Nutzfahrzeuge noch vor drei Jahren als völlig abseitig, so zweifelt heute kaum noch einer an deren fortschreitender Alltagstauglichkeit. Der bisher dominante Dieselmotor wird dagegen infolge immer strengerer Abgasvorschriften sukzessive zum Auslaufmodell.
Einzig über die Frage, wie genau der grüne Königsweg aussieht, herrscht große Uneinigkeit in der Branche. Die Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton, zu der Marken wie MAN und Scania zählen, schwört voll und ganz auf die Batterie und kritisiert Investitionen in die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle immer wieder als Geldverschwendung.
Daimler Truck und Volvo Trucks, die beiden unangefochtenen Marktführer, haben sich dagegen zusammengetan, um gemeinsam neben dem Akku-Lkw auch dem Wasserstoff-Sattelschlepper zum Durchbruch zu verhelfen. „Der wasserstoffbasierte Brennstoffzellenantrieb wird im CO2-neutralen Lkw-Fernverkehr der Zukunft unverzichtbar sein“, erklärte jüngst Martin Daum, Chef von Daimler Truck.
Aktuell liegen die Gesamtbetriebskosten sowohl von Batterie- als auch von Brennstoffzellen-Trucks noch deutlich über jenen von Dieselfahrzeugen. Die Folge: Um den Antrieb der Zukunft ist unter den Lkw-Herstellern eine Lobbyschlacht um Fördergelder und Infrastrukturinvestitionen entbrannt, die die Branche entzweit. Beide Seiten haben gute Argumente.