Bilanzcheck: Der mühsame Weg zur Normalität der Deutschen Bank
Erstmals seit Jahren hat das Institut einen Gewinn ohne Wenn und Aber erzielt.
Foto: HandelsblattFrankfurt. Die Reden von Christian Sewing auf den Hauptversammlungen der Deutschen Bank sind ein Gradmesser für das Selbstbewusstsein des Vorstandschefs. An ihnen lässt sich ablesen, ob sich der 51-Jährige eher in der Defensive oder im Angriffsmodus sieht. Seine Rede auf dem diesjährigen virtuellen Aktionärstreffen wird der wohl selbstbewussteste Auftritt in seiner Amtszeit.
„Wir wollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir eine aktive Rolle spielen können, wenn es zu grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen in Europa kommt“, lautet Sewings Botschaft an die Aktionäre in diesem Jahr. Das Signal: Der schmerzhafte Umbau des Instituts ist beinahe abgeschlossen, die Bank fühlt sich bereit für die erwartete Konsolidierung der europäischen Bankenlandschaft.
Das ist ein neuer Ton. Im Jahr 2018 etwa, wenige Wochen nach seiner überraschenden Kür zum Vorstandschef, meinte Sewing mit „Fusion“ noch die Integration der Konzerntochter Postbank. Ein Jahr später rechtfertigte er sich für seinen Verzicht auf einen Zusammenschluss mit der Commerzbank.
Doch ausgerechnet im Pandemiejahr 2020 hat die Transformation der Bank erste Früchte getragen: Erstmals seit Jahren hat das Institut einen Gewinn ohne Wenn und Aber erzielt. Die Kosten hat die Bank im Griff. Die Risikovorsorge für geplatzte Kredite bewegte sich in einem überschaubaren Rahmen. Diese Trends haben sich im ersten Quartal weiter fortgesetzt.